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Linzer Straße 254

Fakten

Linzer Straße 254

Linzer Straße 254, 1140 Wien

Baujahr: 1925-1926

Wohnungen: 100

Architekt: Michael Rosenauer

Weitere Adressen

Waidhausenstraße 2-6, 1140 Wien

Felbigergasse 109, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

An der Stelle der Wohnhausanlage an der Linzer Straße befand sich ursprünglich ein eingeschoßiges Haus mit Garten, wie es für die ehemaligen Wiener Vororte typisch war. Bereits 1909 erwarb die Gemeinde Wien diese Liegenschaft. Wie bei vielen Gemeindebauten der 1920er-Jahre üblich, wurden beim Bau der Anlage zwei Geschäfte, Magazine, ein Kindergarten sowie zwei Atelierwohnungen im Dachgeschoß mit eingeplant. Neben zwei Geschäften beherbergt der Komplex heute einen Pensionistenklub sowie eine Kinderbetreuungseinrichtung.

Die Architektur

Die auf ansteigendem Gelände in Randbebauung errichtete Wohnanlage bildet den U-förmigen Abschluss eines Häuserblocks mit Hauptfront an der Waidhausenstraße. Während sich die Bauteile an der Linzer Straße und der Felbigergasse mit vier bzw. drei Geschoßen in ihrer Höhe der Nachbarbebauung anpassen, ist die Bebauung an der Waidhausenstraße durch eine flächen- und höhenmäßige Staffelung gekennzeichnet. Der Gebäudetrakt differiert hier um ein Geschoß und gleicht so das steigende Terrain aus. Ein mit fünf Geschoßen erhöhter Bauteil ist von der Baulinie zurückgesetzt und bildet dadurch einen kleinen Straßenhof aus. Die Fassade wird vertikal durch farbigen Verputz in eine Erdgeschoß- und eine Obergeschoßzone unterteilt. Erker, Dach- und Giebelformen verleihen dem Bau einen lebendigen Charakter.

... und die Kunst

Kunstvolle Details wie Keilsteine über den Fenstern schmücken die Fassaden. Früher waren die Wandflächen zudem mit Rankendekor sparsam verziert.

Der Name

Die Anlage liegt an der seit 1894 so benannten Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien Richtung Westen nach Linz, welche noch auf die Römerzeit zurückgeht. Davor hieß die Straße auf Höhe der Wohnhausanlage Hauptstraße, Landstraße bzw. Poststraße.

Sanierung

von 2003 bis 2005

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2005 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Spielplatz instand gesetzt. Die Kosten beliefen sich auf 3.937.500 Euro, davon konnten 2.657.813 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Michael Rosenauer - Michael Rosenauer (1884-1971) schloss 1908 sein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Wien ab. Für die Gemeinde Wien errichtete er vier Wohnhausanlagen, bevor er 1928 nach London ging. Von dort aus begann seine internationale Karriere, die ihn unter anderem auch nach Paris und in die USA führte. Vor allem in London schuf er eine Reihe von Hotels und öffentlichen Bauten, wie etwa das Time Life Building (New Bond Street, London).

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