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Goldschlagstraße 193-195

Fakten

Goldschlagstraße 193-195

Goldschlagstraße 193-195, 1140 Wien

Baujahr: 1925-1926

Wohnungen: 47

Architekt: Heinrich Vana

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnanlage wurde gegenüber dem Penzinger Friedhof, der 1859 als Ersatz für den alten Friedhof rund um die Pfarrkirche St. Jakob angelegt worden war, errichtet. Die heute denkmalgeschützte Wohnanlage steht in einer Gegend, in der sich damals zahlreiche Fabriken befanden. Neben Wohnungen für die Arbeiter der umliegenden Betriebe wurden beim Bau der Anlage zugleich ein Geschäftslokale, eine Werkstätte sowie Räume für die Wiener Arbeiterkrankenkasse eingeplant, die dort noch lange ihre Geschäftsstelle hatte.

Die Architektur

Die in einer breiten Baulücke errichtete Wohnanlage besteht aus einem Straßentrakt und einem mittig daran anschließenden Hoftrakt, der bis an die hintere Grundstücksgrenze reicht. So ergeben sich eine T-förmige Grundrissfigur und zwei durch den Hoftrakt getrennte Innenhöfe. Zur Straße gliedert sich der Trakt in zwei spiegelgleich gestaltete kubische Baublöcke mit den Hausportalen, die einen von der Baulinie abgesetzten mittleren Block flankieren. Dem zurückgesetzten, um ein Geschoß erhöhten und von einem mächtigen Giebel bekrönten Block ist in der Erdgeschoßzone ein flacher Anbau vorgelagert, der die Mehrschichtigkeit des Fassadenaufbaus betont.

Dominiert wird die Fassade durch das hohe Sockelgeschoß. Expressionistische Details wie dreieckige Fenster, Zinnen und kräftige Gesimse beleben und gliedern die Fassade - entsprechend der Tendenz in der Gemeindebauarchitektur der 1920er-Jahre, durch dynamisierende Elemente den Baukörper in "Bewegung" zu versetzen. Im Hof verleihen Arkadengänge, Erker und ein tonnengewölbter Tordurchgang, der die Höfe miteinander verbindet, der Anlage eine romantische Note.

Der Name

Die Goldschlagstraße erinnert an einen alten Flurnamen. Der Straßenzug ist seit 1899 nach dem bereits 1375 erwähnten Weingartenried "Goldschlagen" benannt.

Sanierung

von 1997 bis 1998

Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von 1989/90 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen. Die Kosten dafür betrugen 310.168 Euro, davon konnten 186.101 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Eine weitere Sanierung fand in den Jahren 1997/98 statt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut.

Architekten

Heinrich Vana - Heinrich Vana (1889-1967) studierte nach seinem Kriegsdienst von 1920 bis 1923 Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Bereits ab 1924 war er als selbstständiger Architekt für die Stadt Wien tätig, für die er auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinem Sohn Kurt Vana mehrere Wohnbauprojekte realisierte.

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