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Hütteldorfer Straße 265-267

Fakten

Hütteldorfer Straße 265-267

Hütteldorfer Straße 265-267, 1140 Wien

Baujahr: 1924-1925

Wohnungen: 53

Architekt: Josef Beer

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Wohnhaus wurde mit ursprünglich 68 Kleinwohnungen auf zwei Parzellen an der Hütteldorfer Straße errichtet. Der im Rahmen des Bauprogramms 1925 entstandene Bau besaß früher ein Atelier im Dachgeschoß, Waschküchen und, da die Wohnungen damals noch keine eigenen Bäder besaßen, eine Badeanlage für die Bewohner des Hauses.

Die Architektur

Das Wohnhaus besteht aus einem Straßentrakt und zwei in den Gartenhof ragenden Trakten. Der Bau fällt vor allem durch den expressiven Aufbau der dreigeteilten Straßenfassade auf, die durch einen fünfgeschoßigen Mitteltrakt dominiert wird. Seitlich wird der symmetrisch aufgebaute Trakt durch je zwei Spitzerker begrenzt und in der Mittelachse durch ein Attikageschoß mit einem erkerartigen, polygonalen Fenster überhöht. Details wie Gesimse, profilierte Fensterbänke, Zinnen und die sparsam eingesetzten Dekorationselemente beleben und gliedern die Fassade. Ein hoher Erdgeschoßsockel verbindet den mittleren Teil mit den spiegelgleich gestalteten, viergeschoßigen Seitentrakten. Ursprünglich betonte eine unterschiedliche Farbgebung der Fassade sowohl einzelne Bauglieder als auch verschiedene Fassadenzonen.

... und die Kunst

In der Mittelachse der Straßenfassade befindet sich eine Plastik. Die weibliche Figur stellt eine Mutter mit Kind und Fruchtkorb dar. Zudem sind die Wandflächen mit Rautenmustern verziert und die Erker an den Kanten mit geometrischen Formen dekoriert.

Der Name

Die Wohnanlage liegt an der Hütteldorfer Straße, deren Name seit 1881 an den alten Vorort Wiens erinnert. Der Name "Hütteldorf" leitet sich von einer Familie desselben Namens ab (1260 wird ein Ulrich de Hittendorf erwähnt, seine Nachkommen schrieben sich Hüttendorf, erst 1688 bis 1742 wird eine Familie der Hütteldorfer genannt).

Sanierung

von 2006 bis 2007

In der Wohnhausanlage wurde 2006 und 2007 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung des gesamten Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde teilweise mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Weiters wurden die Waschküchen modernisiert, die Elektrosteigleitungen und die Stiegenhausmalerei wurden erneuert. Die bestehenden Aufzüge wurden saniert und auf der Stiege 3 wurde ein neuer Aufzug errichtet.

Architekten

Josef Beer - Josef Beer (1872-1952) studierte an der Technischen Hochschule Wien und 1896/97 an der Akademie der bildenden Künste. Bereits vor seinem Studium war er in verschiedenen Baubüros tätig. 1899 wurde sein erstes selbständig geplantes Gebäude errichtet (Mietshaus Mayerhofgasse 10, Wien 4). Beers Tätigkeit beschränkte sich auf Villen, Wohn- und Geschäftshäuser, wobei er sich vor allem mit seinen mehrstöckigen Mietvillen im Hietzinger Cottage einen Namen machte (z. B.: Auhofstraße 9 und Elßlergasse 10 in Wien 13). In den 1920er-Jahren entwarf er für die Gemeinde Wien unter anderem die Wohnhausanlagen Khunngasse 6-8 in Wien 3 und Meiselstraße 76 in Wien 14.

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