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Pevetzgasse 4

Fakten

Pevetzgasse 4

Pevetzgasse 4, 1140 Wien

Baujahr: 1890

Wohnungen: 0

Architekt: Matthäus Bohdal

Weitere Adressen

Josef-Prokop-Straße 21, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Das Haus wurde 1890 als Sommervilla für Anton Burger errichtet. An der Westbahn gelegen, entwickelte sich dieser Teil Hadersdorfs um 1900 zur beliebten Sommerfrische. Viele Adelige und reiche Wiener Bürger besaßen früher hier ihre Sommerhäuser oder kauften ein Stück Land. Im Jahr 1969 erwarb die Gemeinde Wien das Haus, das als Arztwohnhaus mit Ordination genutzt wird.

Die Architektur

Das repräsentative Haus ist im Stil klassischer Villen freistehend angelegt. Der einstöckige Bau besitzt einen hohen, mit Polsterquadersteinen rustizierten Haussockel. Die Wände des Obergeschoßes an den Seitenfronten sind dagegen genutet und mit Lisenen, Nischen und giebelbekrönten Fenstern symmetrisch gestaltet. Die Gebäudeecken werden durch Quadersteine betont. Die mittleren drei Achsen der Hauptfront zum Garten werden durch einen breiten, mit einem Giebel bekrönten Risalit, der sich als Veranda mit großen Fenstern zum Garten öffnet, akzentuiert. Ein Kranzgesims schließt die Fassade zum Dach hin ab.

Der Name

Das Wohnhaus liegt an der seit 1980 nach dem Maler und Graphiker Georg Pevetz (1893-1971) benannten Straße. Vorher hieß der Straßenzug Brückengasse.

Architekten

Matthäus Bohdal - Matthäus Bohdal jun. (1863-1937) erhielt 1900 die Baumeisterkonzession und übernahm damit offiziell die Leitung des Baumeisterbetriebes seines Vaters, den er zu einem erfolgreichen Großunternehmen mit bis zu 300 Mitarbeitern ausbaute. Im Zuge der Stadterweiterung errichtete Matthäus Bohdal um 1900 zahlreiche Wohnhäuser und Kommunalbauten in den ehemaligen Vororten. Vor allem als Erbauer von Schulgebäuden machte er sich einen Namen, so stammen etwa die Schulen Pachmayergasse 6 in Wien 11 (1906/07), Steinlechnergasse 5-7 in Wien 13 (1908) und Hochsatzengasse 22-24 in Wien 14 (1913/14) von ihm.

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