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Herweghhof

Fakten

Herweghhof

Margaretengürtel 82-88, 1050 Wien

Baujahr: 1926-1927

Wohnungen: 208

Architekt: Heinrich Schmid, Hermann Aichinger

Weitere Adressen

Fendigasse 39, 1050 Wien

Siebenbrunnenfeldgasse 7, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Der Herwegh-Hof wurde in den Jahren 1926/27 nach den Plänen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger errichtet. Mit dem Julius-Popp-Hof und dem Matteottihof bildet er eine Einheit, die dem Betrachter auf den ersten Blick als monumentale Hofanlage erscheint. Damit wurde auch dem übergeordneten Baukonzept der Stadt Wien Rechnung getragen.

Die Architektur

Der Herwegh-Hof weist eine einfache, aber klare Gartenhofgestaltung mit Foren, Treppen und Terrassen auf, die durch die strenge Mittelachse einen fast schlossartigen Charakter bekommt und an barocke Gartenarchitektur erinnert. Zur Siebenbrunnenfeldgasse sowie zur Fendigasse ist der Block relativ ruhig gestaltet. Zum Gürtel hin sind die Fassaden um eine Symmetrieachse angelegt. Ein durch Arkaden aufgelöster Mittelrisalit wurde vor die Baulinie geschoben, um für die Gartenhöfe eine größere Tiefe zu ermöglichen. Der Herwegh-Hof spiegelt vom Gürtel aus seinen "Zwillingshof", den Julius-Popp-Hof.

... und die Kunst

Im Eingangsbereich des Hofes befinden sich eine Gedenktafel und ein Medaillon des Dichters Georg Herwegh. Zwischen dem Julius-Popp-Hof und dem Herwegh-Hof liegt ein Brunnen, auf dessen Schale Sternzeichen dargestellt sind und in dessen Mitte eine Bärin mit ihrem Jungen auf einer Säule steht. Der Brunnen wurde im Jahr 1928 von Hanna Gärtner geschaffen.

Der Name

Der politische Lyriker und deutsche Freiheitsdichter Georg Herwegh (1817-1875), ein Freund Heinrich Heines und Karl Marx’, war mit seinen fortschrittlichen Werken maßgeblich an der Revolution 1848 beteiligt und musste wegen seines politischen Engagements viele Jahre ins französische und Schweizer Exil.

Sanierung

von 1995 bis 1998

Im Herweghhof wurde in den Jahren 1995 bis 1998 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Im Dachgeschoß entstanden 18 neue Wohnungen. Mit dem Einbau der Aufzüge wurde bereits 1990 begonnen. Die Kosten beliefen sich auf 9.648.541 Euro, davon konnten 7.964.542 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Heinrich Schmid - Heinrich Schmid (1885-1949) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er die Meisterschule Otto Wagners besuchte. 1912 eröffnete er mit seinem Studienkollegen Hermann Aichinger ein gemeinsames Atelier in Wien, das bald zu einem der führenden Architekturbüros der Zwischenkriegszeit wurde. Neben zahlreichen Wohnhausanlagen wie etwa dem Rabenhof (Wien 3) und dem Julius-Popp-Hof (Wien 5) wurden auch das Hanusch-Krankenhaus (Wien 14, Heinrich-Collin-Straße 30) und das Österreichische Verkehrsbüro (Wien 1, Friedrichstraße 7) nach ihren Entwürfen errichtet.

Hermann Aichinger - Hermann Aichinger (1885-1962) studierte - ebenso wie sein späterer Arbeitskollege Heinrich Schmid - an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Das 1912 gegründete Architekturbüro Schmid & Aichinger war das meistbeschäftigte des Wohnbauprogramms des "Roten Wien". Auch in den späten 1930er- und in den 1940er-Jahren erhielt das Büro noch prestigeträchtige Aufträge. In dieser Zeit entstanden unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus "Bärenmühle" (Wien 4, Operngasse 18-20) und das RAVAG-Gebäude (Wien 4, Argentinierstraße 30a; gemeinsam mit Clemens Holzmeister).

Freie Lokale

Bild Art Größe Miete
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