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Hanselmayergasse 9-15

Fakten

Hanselmayergasse 9-15

Hanselmayergasse 9-15, 1130 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 46

Architekt: Otto Artner

Weitere Adressen

Adolf-Lorenz-Gasse 2-6, 1130 Wien

August-Reuss-Gasse 8, 1130 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Wie viele Wohnhausanlagen im 13. Bezirk entstand auch diese Anlage im Rahmen der Erschließung zusätzlicher Wohngebiete. Bereits um 1800 wurden die Äcker und Weiden in dieser Gegend als Bauland verkauft. Zahlreiche Baugründe des bis dahin locker verbauten Areals zwischen Hanselmayergasse und Elisabethallee gelangten später in den Besitz der Gemeinde und wurden zur Naherholung oder zur Ansiedlung von Schrebergärten genutzt. Zwischen 1954 und 1970 entstanden in diesem Gebiet fünf Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus vier frei stehenden Baukörpern, die locker auf einem ansteigenden Grundstück angeordnet sind. Dem Prinzip des offenen Baustils verpflichtet, stehen die Wohnbauten senkrecht und parallel zu den Straßen entlang der Grundstücksgrenze, die Freiflächen dazwischen und zu den Straßen hin sind als Grünanlage gestaltet. Die Architektur der dreigeschoßigen Wohnbauten ist in ihrer Wirkung einheitlich: Alle Wohnblöcke besitzen Walmdächer und flächig verputzte Fassaden. Die Gliederung der Fassaden erfolgt durch die gleichmäßige Verteilung von Fenstern und Balkonen. Die Hausfronten werden durch die vertikalen Stiegenhausachsen akzentuiert. Unterschiedliche Fenstergrößen und Balkone verraten die Nutzung der dahinter liegenden Räume: Die Wohnzimmer verfügen über Balkone, die Badezimmer über kleine und die Küchen über große, rechteckige Fenster. Sowohl die offene Bebauungsstruktur als auch die schlichte Architektur mit ihren klaren Formen sind charakteristisch für den Wohnbau der späten 1950er-Jahre.

... und die Kunst

An der Stirnfront eines Wohnblocks zur Adolf-Lorenz-Gasse befindet sich ein 20 Meter hohes Mosaikwandbild. Das 1959/60 geschaffene Wandbild mit dem Titel "Häuser und Ballon - die frohe Stadt" stammt von Hans Fabigan. Andreas Urteil entwarf in den Jahren 1958 bis 1962 den in der Grünanlage aufgestellten "Vogeltrinkbrunnen" aus Naturstein und Mosaik.

Der Name

Die Hanselmayergasse wurde 1910 nach dem letzten Bürgermeister und ersten Bezirksvorsteher von Hietzing, Franz Hanselmayer (1815-1906), benannt. Seit 1959 erinnert die Adolf-Lorenz-Gasse an den Arzt und Professor Dr. Adolf Lorenz (1854-1946), der sich um die Einrenkung der angeborenen Hüftgelenkluxation verdient machte. Die August-Reuss-Gasse erhielt ihren Namen 1959 nach dem Kinderfacharzt und Professor für Kinderheilkunde, Dr. August Reuss (1879-1954).

Sanierung

von 2001 bis 2002

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 2001 und 2002 Fenster und Türen erneuert. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Otto Artner - Otto Artner (1895-1971) entwarf für die Gemeinde Wien im Zuge des Wiederaufbaus unter anderem die Wohnhausanlagen Zaunergasse 12-14 in Wien 3 (1952/53) und Hanselmayergasse 9-15 in Wien 13 (1958-1960).

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