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Himmelhofgasse 9-13

Fakten

Himmelhofgasse 9-13

Himmelhofgasse 9-13, 1130 Wien

Baujahr: 1956-1958

Wohnungen: 25

Architekt: Karl Molnar

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau befindet sich auf einem Grundstück, das bis in das 20. Jahrhundert unverbaut geblieben ist. Um die Jahrhundertwende gab es in der Umgebung vor allem Ackerflächen, Wälder und Gärten. Zwischen dem Hackinger Schlossberg, der Erzbischofgasse und der Himmelhofgasse verlief ursprünglich eine Viehtrift. Die Himmelhofgasse, die im Nordwesten Richtung Hagenberg führt, wurde großteils erst nach dem Zweiten Weltkrieg baulich erschlossen.

Die Architektur

Die zweigeschoßige Wohnhausanlage liegt in der Himmelhofgasse und besteht aus zwei rechteckigen Bauteilen. Der erste Bauteil verläuft parallel zur Himmelhofgasse, der zweite Wohnbau führt von der Himmelhofgasse in Richtung Südwesten. Die beiden Wohnbauten befinden sich auf einer Böschung und sind über Freitreppen miteinander verbunden. Die exponierte Lage am Hang wirkt sich auch auf die Stellung der beiden Bauteile zueinander aus. Sowohl zwischen den beiden Wohnbauten als auch zwischen den einzelnen Trakten ist ein Höhenunterschied zu erkennen. Jeder Bauteil setzt sich aus zwei Wohntrakten zusammen, die gestaffelt aneinandergefügt sind. Dadurch ergibt sich zwischen den jeweiligen Trakten ein Unterschied von einem halben Geschoß. Der zweite Bauteil ist mit einem überhöhten Kellergeschoß ausgestattet, von wo aus die Wohnungen zugänglich sind. Die Fassade ist einfach gestaltet, einziges Gliederungselement sind die regelmäßigen Fensterreihen. Die Öffnungen sind ohne Rahmung in die glatte Wandfläche eingeschnitten, Walmdächer ergänzen den einheitlichen Charakter der Wohnbauten.

... und die Kunst

Die Fassade in der Himmelhofgasse schmückt ein farbiges Wandrelief von Adele Stadler. Das großformatige Majolikarelief mit dem Titel "Obsternte" zeigt Erwachsene und Kinder beim gemeinsamen Pflücken und Ernten von Äpfeln.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau liegt, trägt seit 1907 den Namen Himmelhofgasse. Die Bezeichnung geht auf die 1848 entstandene Meierei und spätere Gaststätte "Zum Himmel" zurück. Der sog. "Himmelhof" ist aber auch ein 406 m hoher Berg im Westen der Wohnhausanlage, der topographisch als Hackenberg oder Hagenberg bezeichnet wird.

Sanierung

von 2005 bis 2005

Die Wohnhausanlage wurde im Jahr 2005 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut. Die Kosten beliefen sich auf 298.700 Euro, davon konnten 99.566 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Molnar - Karl Molnár (1901-1963) besuchte von 1919 bis 1925 die Wiener Kunstgewerbeschule bei Carl Witzmann, Josef Hoffmann, Josef Frank und Oskar Strnad. Er beschäftigte sich schon früh mit dem Wohnbau und der Möglichkeit des wachsenden Hauses (Erweiterung durch vorgefertigte Bauteile), wozu er in den 1930er-Jahren mehrere Artikel in Bauzeitschriften publizierte. Molnár war unter anderem an den Entwürfen zu der Wohnhausanlage Spittelbreitengasse 23 in Wien 12 (1954-1955) beteiligt.

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