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Julius-Ofner-Hof

Fakten

Julius-Ofner-Hof

Margaretengürtel 22, 1050 Wien

Baujahr: 1926-1927

Wohnungen: 140

Architekt: Ernst Lichtblau

Weitere Adressen

Gassergasse 31, 1050 Wien

Geigergasse 2-6, 1050 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage erstreckt sich entlang des Gürtels, welcher anstelle des bereits ab 1704 errichteten Linienwalls angelegt wurde. Dabei handelte es sich um einen Erdwall mit vorgelagertem Graben, der die Stadt vor feindlichen Angriffen schützen sollte. Nach der Eingemeindung der Vororte wurde der Linienwall ab 1894 demoliert und mit dem Bau der Stadtbahn (heute Linie U6) begonnen.

Die Architektur

Die Anlage des Julius-Ofner-Hofes bildet mit ihrem U-förmigen Grundriss einen großen Innenhof, von dem aus die Wohnungen erschlossen werden. Die zum Gürtel gewandte Straßenfassade ist symmetrisch gegliedert. In der Mitte befindet sich der Eingang, der durch eine großzügige Klinkerverkleidung besonders hervorgehoben wird und durch den man in den Hof gelangt. Die horizontale Gliederung erfolgt durch die Balkone und die optisch abgehobene, zweigeschoßige Sockelzone. Die beiden leicht hervortretenden Stiegenhäuser bilden gemeinsam mit den turmartig überhöhten Eckteilen die vertikale Komponente.

Der Name

Julius Ofner (1845-1924), ein ausgebildeter Jurist, wurde 1896 in den NÖ Landtag gewählt und gehörte von 1901 bis 1918 dem Reichsrat an. 1919 war er Mitbegründer der "Demokratischen Partei". Ofner leistete vor allem in den Bereichen des Arbeits- und Strafrechts einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung des österreichischen Rechts.

Sanierung

von 1993 bis 1995

Im Julius-Ofner-Hof wurde in den Jahren 1993 bis 1995 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Instandsetzung der Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Im Dachgeschoß entstanden zwölf neue Wohnungen. Die Kosten beliefen sich auf 5.236.078 Euro, davon konnten 4.423.029 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Ernst Lichtblau - Ernst Lichtblau (1883-1963) studierte von 1902 bis 1905 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er die Meisterschule Otto Wagners besuchte. Als Mitarbeiter der Wiener Werkstätten beschäftigte er sich zunächst vor allem mit Design und Innenraumgestaltung. 1939 emigrierte er in die USA, wo er unter anderem als Design-Konsulent für das Kaufhaus Macy’s in New York tätig war und bis in die 1950er-Jahre an der Rhode Island School of Design unterrichtete. Sein prominentestes Werk ist das bereits 1914 errichtete "Schokoladenhaus" (Wien 3, Wattmanngasse 29), das seinen Namen dem ausgefallenen dunkelbraunen Majolikaschmuck zu verdanken hat.

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