Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Wattmanngasse 58-60

Fakten

Wattmanngasse 58-60

Wattmanngasse 58-60, 1130 Wien

Baujahr: 1957-1958

Wohnungen: 111

Architekt: Elisabeth Hofbauer-Lachner, Jaro K. Merinsky

Weitere Adressen

Wattmanngasse 66, 1130 Wien

Elisabethallee 30-34, 1130 Wien

Elisabethallee 24a, 1130 Wien

Elisabethallee 26, 1130 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Wie viele andere Wohnhausanlagen im 13. Bezirk entstand auch diese Anlage im Rahmen des Wiederaufbauprogramms und der Erschließung neuer Wohngebiete in den 1950er-Jahren. Bereits um 1800 wurden die Äcker und Weiden in dieser Gegend als Bauland verkauft. Zahlreiche Baugründe zwischen Hanselmayergasse und Elisabethallee gelangten später in den Besitz der Gemeinde und wurden zur Naherholung oder zur Ansiedlung von Schrebergärten genutzt. Zwischen 1954 und 1970 entstanden in diesem Gebiet fünf Wohnanlagen der Gemeinde Wien. Zur Nahversorgung der Bewohner wurde beim Bau der Anlage auch ein Geschäftslokal eingeplant.

Die Architektur

Wie im Wohnbau der 1950er-Jahre üblich, spielen auch bei dieser Wohnhausanlage das Bebauungskonzept und die Gestaltung der Außenanlagen eine wichtige Rolle. Die auf einem abfallenden, von Straßen begrenzten Grundstück in offener Bauweise errichtete Anlage besteht aus acht frei stehenden, meist gekoppelten Häusern, die parallel zu den Straßen angeordnet sind. Mittelpunkt der Anlage ist ein vielgliedriger, annähernd U-förmiger Baukörper, der einen sich zur Straße hin öffnenden Gartenhof ausbildet. Eine Wohnstraße erschließt das Grundstücksinnere; durch einen Torbogen im mittleren Trakt wird diese dann als Fußweg weitergeführt. Die Flächen um die Wohnhäuser sind als Grünanlagen gestaltet und mit Verbindungswegen, Treppenanlagen und Ruheplätzen ausgestattet.
Charakteristisch für die schlichte Architektur sind die glattflächigen Fassaden, Giebelfronten und Satteldächer. Loggien, Balkone und verschiedene Fensterformen gliedern die Fassaden und lockern sie auf. Details wie die Rahmungen der Hauseingänge oder geometrische Musterungen im Putz setzen schmückende Akzente.

... und die Kunst

Die Plastik "Schneckenpaar" wurde von Fred Gillesberger in den Jahren 1957/58 aus Naturstein geschaffen. Die an der Hauswand angebrachte Natursteinplastik mit dem Titel "Hockende" von Robert Steiner stammt aus dem Jahr 1958.

Der Name

Die Wattmanngasse, ehemals Neugasse bzw. Schmidtgasse, ist seit 1894 nach dem Leibarzt Kaiser Ferdinands I., Universitätsprofessor und Chirurgen Joseph Wattmann Freiherr von Maelcomp-Beaulieu (1789-1866) benannt. Wattmann verfasste 1830 ein zweibändiges Handbuch der Chirurgie.

Sanierung

von 2002 bis 2003

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 2002 und 2003 Fenster und Türen erneuert. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Elisabeth Hofbauer-Lachner - Elisabeth Hofbauer-Lachner (geb. Lachner, 1913-1977) studierte ab 1931 an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war sie vorwiegend in größeren Architektengruppen an mehreren Wohnbauten beteiligt. Zusammen mit Julius Csizmazia, Rudolf Sorgo und Friedrich Pangratz entwarf sie die Wohnhäuser Arndtstraße 30-34 in Wien 12 (1969-1971) und Schönbrunner Straße 195 in Wien 12 (1969). Den Georg-Emmerling-Hof in Wien 2 (Obere Donaustraße 97-99, 1953-1957) plante sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudolf Hofbauer und Leo Kammel.

Jaro K. Merinsky - Jaroslav Karl Merinsky (geb. 1895 in Sarajevo, verst. 1978 in Linz) erhielt seine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an der Technischen Hochschule Wien. An der TH Wien stand er auch von 1956 bis 1957 der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur als Dekan vor und bekleidete von 1962 bis 1963 das Amt des Rektors. Anschließend war Merinsky von 1964 bis 1967 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlagen Rainergasse 26-28 in Wien 4 (1950-1951, mit Carl Rössler) und Heiligenstädter Straße 167-171 in Wien 19 (1960).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+