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Gemeindeberggasse 10-24

Fakten

Gemeindeberggasse 10-24

Gemeindeberggasse 10-24, 1130 Wien

Baujahr: 1956-1958

Wohnungen: 68

Architekt: Josef Wenzel, Rudolf Scherer

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Mit der Anlage des neuen Ober St. Veiter Friedhofs im Jahr 1876 und dem Bau des nahe gelegenen St.-Josef-Heimes 1909 nahm diese Gegend städtischen Charakter an, doch war das Areal noch lange ländlich geprägt. So wurde erst 1925 der letzte Weingarten am Gemeindeberg aufgelassen. Im Rahmen des Wohnbauprogramms nach dem Zweiten Weltkrieg und der Erschließung zusätzlicher Wohngebiete entstanden in den 1950er-Jahren mehrere Wohnhausanlagen in dieser Gegend des 13. Bezirks. Im Zuge des Wohnbaus wurden auch umfangreiche Maßnahmen zur Versorgung des neuen Wohngebietes mit Wasser, Strom und Gas in Angriff genommen. An der Stelle der heutigen Wohnhausanlage befanden sich früher Wiesen und Kleingärten.

Die Architektur

Der auf einem ansteigenden Grundstück gelegene Gemeindebau wurde in offener Bauweise errichtet, die vor allem durch die großzügige Anordnung der Wohnhäuser und ein ausgewogenes Verhältnis von bebauter und unbebauter Fläche gekennzeichnet ist. Die Anlage besteht aus sechs zum Teil gekoppelten Baukörpern. Aufgrund der Form des Grundstücks sind vier der zwei- bis dreigeschoßigen Wohnblöcke senkrecht zur Gemeindeberggasse angeordnet und beherbergen zur Straße hin ausgerichtete Geschäftslokale. Zwei Wohnblöcke stehen frei auf dem Grundstück. Charakteristisch für die Architektur sind die glatt verputzten oder mit Eternitplatten verkleideten Fassaden, die regelmäßige Verteilung von Kastenfenstern, liegenden Fenstern und französischen Fenstern sowie die Walmdächer, die der Anlage ein einheitliches Erscheinungsbild verleihen. Details wie die schlichten Vordächer über den Hauseingängen und die profilierten Rahmungen der Hauseingänge setzen zurückhaltende Akzente.

... und die Kunst

Von Gabriele Waldert stammen die beiden Reliefs aus Steinzeug, die "Ernteszenen" darstellen. Die 1951 und 1957 angefertigten Reliefs waren ursprünglich für eine Wohnhausanlage in Floridsdorf gedacht.

Der Name

Die Wohnhausanlage liegt an der Gemeindeberggasse, die seit 1894 nach dem 319,6 Meter hohen Hausberg von Ober St. Veit benannt ist. Davor hieß der Straßezug Hausbergstraße bzw. nach Anlage des Ober St. Veiter Friedhofs im Jahr 1876 Friedhofsstraße.

Architekten

Josef Wenzel - Josef Wenzel (1902-1964) studierte ab 1922 Architektur an der Wiener Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse von Peter Behrens und Clemens Holzmeister. Nach seinem Diplom arbeitete er im Büro von Clemens Holzmeister. Von 1931 bis 1932 wurde nach den Entwürfen Josef Wenzels ein Doppelhaus in der Wiener Werkbundsiedlung errichtet. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Josef Wenzel vorrangig in Deutschland, wo er an mehreren Siedlungsprojekten beteiligt war. Für die Gemeinde Wien projektierte er gemeinsam mit Rudolf Scherer die Wohnhausanlage Gemeindeberggasse 10-12 im 13. Bezirk und als Mitglied einer größeren Architektengemeinschaft die Anlage Jedleseer Straße 77 im 21. Bezirk.

Rudolf Scherer - Rudolf Scherer (1891-1973) studierte an der Technischen Hochschule Wien u.a. bei Max Ferstel und Max Fabiani. Für die Gemeinde Wien entwarf er bis in die späten 1950er-Jahre Wohnhausanlagen. Diese sind - ebenso wie die nach seinen Plänen erbauten Sommerhäuser in Wien und Niederösterreich - betont funktional durchgestaltet.

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