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Bossigasse 18-22

Fakten

Bossigasse 18-22

Bossigasse 18-22, 1130 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 192

Architekt: Edith Lessel

Weitere Adressen

Mantlergasse 8-14, 1130 Wien

Bossigasse 14, 1130 Wien

Premreinergasse 2-6, 1130 Wien

Premreinergasse 1-5, 1130 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Wie viele Wohnhausanlagen im 13. Bezirk entstand auch diese Anlage im Rahmen des Wiederaufbauprogramms und der Erschließung zusätzlicher Wohngebiete in den 1950er-Jahren. Parallel zur Verbindungsbahn, liegt sie in einer von Alleestraßen geprägten und mit Villen locker verbauten Gegend, die erst Ende des 19. Jahrhunderts städtebaulich erschlossen wurde. Bereits 1924 erwarb die Gemeinde Wien die Bauplätze, auf denen später die Wohnhausanlage errichtet und im Jahr der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955 fertig gestellt wurde. An die "Befreiung" Österreichs von den Besatzungsmächten nach der Vertragsunterzeichnung erinnert eine Gedenktafel.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus elf Baukörpern, die auf drei durch Straßen getrennten Grundstücken errichtet wurden. Aufgrund der Grundstücksform und nach dem Prinzip der sich zur Umgebung hin öffnenden Wohnhausanlage sind die drei- bis viergeschoßigen Baublöcke frei stehend entlang den Straßen angeordnet und umschließen als Grünanlagen gestaltete Freiräume, in denen zwei- bis dreigeschoßige Häuserblöcke liegen. Durch die lockere Anordnung der Baukörper, die an einigen Stellen durch Pergolen miteinander verbundenen sind, fügt sich die Anlage gut in das städtebauliche Gefüge ein. Dem Wohnhausbau der 1950er-Jahre entsprechend, ist die Architektur zurückhaltend und mit einfachen Mitteln sparsam gestaltet. Die flächig verputzten Fassaden werden durch regelmäßig angeordnete Fenster gegliedert. Über die gesamte Bauhöhe reichende Fassadenvorsprünge markieren die Stiegenhäuser, während über die Traufhöhe ragende Erker mit Giebeln am Außenbau Akzente setzen. Details wie schmale Putzfensterrahmen, einfach profilierte Türrahmungen und Kranzgesimse sowie die Walmdächer sind typische Gestaltungselemente jener Zeit. Hier und da sorgen Erker und Gitterbalkone für Abwechslung.

... und die Kunst

In der Grünanlage steht eine Natursteinplastik von Christa Vogelmayer aus den Jahren 1951 bis 1954. Sie stellt einen liegenden Elefanten dar. Ernst Paar schuf das keramische Mosaik "Die vier Jahreszeiten" (1955). Von den ursprünglich vier Darstellungen sind heute jedoch nur noch zwei erhalten. Auch von den drei Mosaikbildern an den Stiegen 11, 12 und 13 existiert nur noch das Mosaik mit dem Titel "Der Morgen" (1954/55) von Richard Exler.

Der Name

Seit dem Jahr 1907 erinnert die Bossigasse an den Hutfabrikanten und Wohltäter Giuseppe Bossi (1810-1891), der am Hietzinger Kai 127 eine Hutfabrik besaß. Nach dem Ortsrichter und ersten Bürgermeister von Ober St. Veit, Michael Premreiner (1797-1879), ist seit 1895 die Premreinergasse benannt. Die Mantlergasse trägt ihren Namen seit 1898 nach dem Oberlehrer in Unter St. Veit, Josef Mantler (1845-1892).

Architekten

Edith Lessel - Edith Lessel (geb. 1916 in Wien) studierte von 1935 bis 1938 und 1947/48 bei Hans Vetter und Franz Schuster Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf sie vor allem in den 1950er-Jahren mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa die Anlagen Baumgartenstraße 25-33 in Wien 14 (1952/53) und Hohenbergstraße 14-16 in Wien 12 (1951/52).

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