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Altgasse 23a

Fakten

Altgasse 23a

Altgasse 23a, 1130 Wien

Baujahr: 1904-1904

Wohnungen: 13

Architekt: Arnold Heymann

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Die gekrümmte Altgasse ist der älteste Straßenzug im ehemaligen Ortskern von Hietzing. Zwischen der zweigeschoßigen dörflichen Verbauung wurden um die Jahrhundertwende historistische und secessionistische Mietshäuser errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch der aus zwei Bauteilen bestehende Wohnbau in der Altgasse 23 und 23A. Das Mietshaus wurde im Auftrag eines privaten Bauherrn errichtet und scheint seit den 1970er-Jahren im Besitz der Stadt Wien auf.

Die Architektur

Das Gebäude erstreckt sich über drei Geschoße und ein Souterrain, in dem Kellerräume und ein Geschäftslokal untergebracht sind. Daneben befindet sich ein weiteres Mietshaus, das zur gleichen Zeit und vom selben Architekten geplant wurde. Die beiden Wohnbauten sind durch einen Straßenhof voneinander getrennt.

Die Wohnhausanlage zeichnet sich vor allem durch ihre reiche Gliederung und eine secessionistische Formensprache aus. Das genutete Erdgeschoß ist mit Rustika versehen und wird durch ein Gesims von den Hauptgeschoßen abgesetzt. Segmentförmige Volutengiebel, die mit Blumengirlanden reich dekoriert sind, bekrönen die gerahmten Fenster des ersten Stockwerks. Das zweite Stockwerk ist einfacher gestaltet, ein durchlaufender Fries mit Blumenornamenten kommt zwischen den Fenstern zum Vorschein. Die zwei Hauptgeschoße der Mittelachse sind mit kleinen Balkonen mit Schmiedeisengeländern ausgestattet. Die Fassade entlang des Straßenhofes wird stattdessen von zwei Erkern aufgelockert, die das erste und zweite Stockwerk zusammenfassen. Die Ecke wird ebenfalls von einem Runderker akzentuiert, der mit einer ausgeprägten Kuppel versehen ist.

Der Name

Die Altgasse, in der der Wohnbau liegt, gehört zum ursprünglichen Ortskern von Hietzing. Die Gasse ist der älteste Straßenzug des ehemaligen Dorfes Alt-Hietzing, die ersten Häuser wurden 1428 erbaut.

Architekten

Arnold Heymann - Arnold Heymann (1870-1950) studierte bis 1895 Architektur in der Meisterklasse von Viktor Luntz an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er plante vor allem Wohn- und Geschäftsbauten in der Wiener Innenstadt und mehrere Villen in Wien Hietzing. Zu seinen Bauwerken zählen etwa das Wohn- und Geschäftshaus Bräunerhof in Wien 1, Stallburggasse 2 (1910/11), die Villa Fronz in Wien 13, Wambachergasse 2 (1909), aber auch das Schlosshotel Schönbrunn in Wien 13 (1907) und das Palasthotel Fürstenhof in Marienbad/Tschechien (1904). Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges sind keine weiteren Projekte oder Aufträge von ihm dokumentiert.

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