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Sechtergasse 8-10

Fakten

Sechtergasse 8-10

Sechtergasse 8-10, 1120 Wien

Baujahr: 1979-1981

Wohnungen: 18

Architekt: Otto Erhartt

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Der einstige Vorort Meidling besaß bereits 1784 einen ersten Friedhof (heute Vierthalergasse 11). Er wurde 1806 aufgegeben. In unmittelbarer Nähe stellte der Bürger Johann Putz kostenlos ein Grundstück zur Verfügung, das sich ungefähr auf dem Gebiet der heutigen Straßenzüge Sechtergasse, Pachmüllergasse und Zeleborgasse befand. Dort wurde 1807 ein zweiter Friedhof geweiht. Infolge einer Choleraepidemie, die viele Todesopfer forderte, und aufgrund des Bevölkerungswachstums musste der Friedhof 1831 und 1859 vergrößert werden. Da aber auch diese Erweiterungen schließlich unzureichend waren, verlegte man den Friedhof neuerlich, dieses Mal in ein etwas weiter außerhalb gelegenes, unbewohntes Gebiet beim Meidlinger Bahnhof. Das Areal des aufgelassenen Friedhofs wurde nie gänzlich verbaut, sondern zu einem kleinen Platz, dem Ortsplatz, umgewandelt. An ihn schließen die Häuser der Sechtergasse an. 1974 wurde das Grundstück auf Nr. 10 von der Gemeinde Wien erworben, das dreigeschoßige Althaus wurde abgetragen.

Die Architektur

Das Wohnhaus Sechtergasse 8-10 ist eine Lückenverbauung zwischen zwei Altbauten. Die fünfgeschoßige Südfassade ist durch vier Erkerachsen mit jeweils einer dazwischen liegenden Fensterachse sehr rhythmisch gegliedert. Auffällig sind die geschlossenen, lachsroten Erkerbrüstungsbleche, die zusammen mit den dreiflügelig verglasten Fensterstöcken stark aus der weißen Wand vorkragen. Das Erdgeschoß nimmt diese Dreiteiligkeit der Erkerfenster insofern auf, als unter ihnen drei schmale Fenster nahe beieinander stehen und ein Abstand zu der dazwischen liegenden Fensterachse eingehalten wird. Unter der westlichen Erkerachse sind im Erdgeschoß eine Tiefgarageneinfahrt und daneben ein Hauseingang eingeschnitten.

Die Hoffassade wird von zwei breiten, zweiachsigen Eckrisaliten mit Pultverdachung bestimmt. Ursprünglich waren an der Fassade farbige, eckige Putzfelder vorgesehen, heute ist die Mauer einheitlich weiß gestrichen.

Der Name

Die Sechtergasse (vorher: Luisengasse) wurde 1894 nach Simon Sechter (1788-1867), Lehrer von Franz Schubert und Anton Bruckner, benannt. Er komponierte mehr als 8.000 Werke, darunter 5.000 Fugen - wenn es seine Zeit erlaubte, jeden Tag eine.

Sanierung

von 2006 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde 2006 saniert. Durch die Instandsetzung des Daches und das teilweise angebrachte Wärmedämmverbundsystem an der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Otto Erhartt - Otto Erhartt (1919-2008) studierte von 1946 bis 1950 Architektur an der Technischen Universität Wien. Als selbständiger Architekt führte er vor allem Industrie- und Gewerbebauten aus, wie etwa die Straßenmeistereien von Spitz (NÖ), Krems (NÖ) und Eggenburg (NÖ). Für die Gemeinde plante Erhartt unter anderem die Wohnhausanlage Sechtergasse 8-10 in Wien 12 (1979-1981) und beteiligte sich an den Entwürfen zum Heinrich-Hajek-Hof in Wien 15 (Oeverseestraße 13-19, 1954-1956).

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