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Hetzendorfer Straße 100

Fakten

Hetzendorfer Straße 100

Hetzendorfer Straße 100, 1120 Wien

Baujahr: 1975-1977

Wohnungen: 34

Architekt: Rupert Falkner

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Nur wenige Meter vom 1712 nach den Plänen von Lukas von Hildebrandt umgebauten Schloss Hetzendorf - der heutigen Modeschule Hetzendorf - entfernt, errichtete Rupert Falkner in den Jahren 1975 bis 1977 eine Wohnhausanlage in städtebaulich reizvoller Lage. Der Bau war in dem sonst vom Biedermeier geprägten Ortsbild mit dem kaiserlichen Schloss Hetzendorf ein Novum, da sein Erscheinungsbild von den ästhetischen und funktionalen Prinzipien des Wohnbaus der 1970er-Jahre, insbesondere von der farblich stark akzentuierten Fassade, geprägt ist.

Die Architektur

Die lang gezogene, zweigeschoßige Wohnanlage parallel zur Hetzendorfer Straße schließt die Baulücken zu den Hausnummern 98 und 106 und ist im Vergleich zu diesen weit hinter die Baulinie zurückversetzt. Die Erdgeschoßzone wird durch die mittig gelegene Zufahrt zur Tiefgarage unterbrochen und beherbergt die Geschäftsarkaden sowie den Haupteingang neben der Garagenein- und -ausfahrt. Zwei Treppen im Osten und Westen, welche die terrainbedingten Niveauunterschiede zur Straße ausgleichen, stellen weitere Zugänge zur Anlage dar. Sie führen zu einem die gesamte Länge der Anlage umfassenden terrassenartigen Gang, von dem aus die insgesamt 6 Stiegen mit 34 Wohnungen begehbar sind. Hofseitig führen Treppen in das sehr großzügig gestaltete, parkähnliche Gelände im Norden. Sowohl die Sitzgelegenheiten am gepflasterten, terrassenartigen Gang als auch die zahlreichen Parkbänke im begrünten Gelände laden zum Verweilen ein und tragen zu der von den Mietern des Hauses viel zitierten "hohen gefühlten Wohnqualität" bei.

In der Gestaltung der Fassade folgte der Architekt den Prinzipien der 1970er-Jahre. Der Außenbau besitzt nahezu keine aufragende Wand, sondern ist abgestuft und alternierend in südseitigen Terrassen aufgelöst, die zu jeder Tageszeit sowohl sonnige als auch schattige Aufenthaltsorte bieten. Daneben befinden sich die gestapelt versetzten Wohngeschoße. Besonders auffallend ist die farbige Gestaltung mit gelbem Verputz und grünen, tief in die Geschoße heruntergezogenen Satteldächern. Die Anlage verfügt darüber hinaus über einen Kindergarten, eine Parkanlage, eine Ordination und eine abwechslungsreiche Geschäftsinfrastruktur, eingebettet in eine sehr gute öffentliche Verkehrsanbindung.

Der Name

Der frühere Hetzendorfer Weg wurde 1894 in Hetzendorfer Straße umbenannt nach der ehemaligen Gemeinde Hetzendorf, die als "Hercendorf" 1156 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Sanierung

von 1997 bis 1999

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1997 bis 1999 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Rupert Falkner - Rupert Falkner wurde 1930 in Wien geboren, wo er noch heute als freischaffender Architekt tätig ist. Nach dem Besuch der Meisterklasse von Prof. Clemens Holzmeister an der Akademie der Bildenden Künste in Wien widmete er sich vielseitigen Projekten im kommunalen Wohnbau, unter anderem dem Thema "familiengerechtes Wohnen" sowie der Entwicklung spezieller Wohnformen für Kinder und ältere Menschen. Auch bei der Planung der Wohnhausanlage Hetzendorfer Straße 100-104 standen diese Themen im Vordergrund.

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