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Wienerbergstraße 14

Fakten

Wienerbergstraße 14

Wienerbergstraße 14, 1120 Wien

Baujahr: 1959-1960

Wohnungen: 110

Architekt: Heinrich (Heinz) Reiter, Brigitte Wiedmann

Weitere Adressen

Eibesbrunnergasse 14-16, 1120 Wien

Pirkebnerstraße 5-7, 1120 Wien

Wienerbergstraße 14a, 1120 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Auf dem Baugrund wurde schon sehr früh, bereits in den 1890er-Jahren, auf Höhe der Wienerbergstraße das Epidemiespital mit zwei kleineren Nebengebäuden errichtet. In den 1920er-Jahren wurde dieses in "Notspital" umbenannt. Der übrige Grund war unverbaut und wurde nur in diesen Jahren gärtnerisch genutzt.

Die Architektur

Das trapezförmige Areal von der Wienerbergstraße bis zur Pirkebnergasse 1 - 3 wurde mit zwei seitlichen Großgebäuden, die beiderseits dem Gassenverlauf folgen, und einem niedrigen querliegenden Bauteil verbaut, der an der längeren Rückseite des Grundstücks zwischen den beiden anderen liegt. Die Bauten sind sehr hell und bunt gefärbelt: rosa, gelb, terrakotta. Der fünfgeschoßige Bau entlang der Pirkebnerstraße ist auf halber Länge auf die Wienerbergstraße zu ein Stück nach innen in das Hofgelände versetzt. An den Enden des ebenfalls fünfgeschoßigen Gebäudes an der Eibesbrunnergasse setzen in einem rechten Winkel kurze Gebäudeteile an. Derjenige an der Wienerbergstraße ist so zum Hofareal vorgeschoben, dass die straßenseitige Ecke ausgespart bleibt. Die Fassade dieses Kurztraktes an der Wienerbergstraße hat im Ostteil einen Risalit mit einer geschlossenen Mauerfläche, die mit einem monumentalen Wandbild geschmückt ist. Nach Westen wurde im Rücksprung des Risalits eine Balkonachse eingezogen. Es folgen noch drei Fensterachsen. An den Hoffassaden der beiden hohen Bauten sind über den vier Stiegeneingängen in tiefen Ausnehmungen bis zum Dachgeschoß hinauf starkfarbige Sgraffitos mit eingeschnittenen Fenstern angebracht. Der begrünte Hof zwischen den beiden Hauptbauteilen wird nach Norden durch ein zweigeschoßiges Gebäude mit sehr flachem Satteldach abgeschlossen. Eine schmale Gebäudeachse verbindet dieses mit einem leicht nach hinten versetzten quadratischen Anbau. Akzentuiert wird die hofseitige Fassade, die gleichzeitig die Schauseite gegen die Wienerbergstraße ist, durch den Wechsel von zwei über dem Sockel bis zum Dach risalitartig vortretenden doppelten Fensterachsen mit Achsen ohne Betonung.

... und die Kunst

Vertikal eingetiefte Sgraffitobänder sind über den Eingängen der vier Stiegenhäuser angebracht. Bei Stiege 1: "Die Regenten des Chinesischen Kalenders" von Herbert Toni Schimek, bei Stiege 2: "Glückbringende und unheilbannende indianische Totemzeichen" von Rosita Salem, bei Stiege 3: "Osterinsel Bilderschrift" von Karl Bednarik und bei Stiege 4: "Bilderschrift der Bidjogo (Afrika)" von Godwin Ekhart.

Am Eckrisalit befindet sich zur Wienerbergstraße hin ein monumentales Wandbild "Ornament mit Spruch" von Klasen-Sopar, kopiert nach Roman Haller.

Eine sehr schöne Bronzeplastik von Hans Knesl - "Sitzendes Mädchen" - befindet sich in der Wiese an der Wienerbergstraße.

Der Name

Die Wienerbergstraße wurde nach ihrer geografischen Lage - sie führt auf den Wienerberg - benannt. Die Eibesbrunnergasse ist nach zwei Grundbesitzern von 1340 benannt, nach Ulrich und Michael Eibesbrunner. Die Pirkebnerstraße hat ihren Namen von Josef Pirkebner (1865 - 1920), einem Bezirks- und Fürsorgerat von Meidling, der auch sozialdemokratischer Abgeordneter im niederösterreichischen Landtag war.

Sanierung

von 1988 bis 2010

Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1988/89. Eine Sockelsanierung wurde von 2004 bis 2010 durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Gesamtbaukosten betrugen 2.054.476 Euro, davon konnten 935.851 Euro über Förderungen abgedeckt werden.

Architekten

Heinrich (Heinz) Reiter - Heinz Reiter (1889-1958) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Clemens Holzmeister. Zusammen mit Brigitte Wiedmann entwarf er unter anderem den Josef-Illedits-Hof in Wien 3 (Kärchergasse 3-13, 1953-1954) und das Wohnhaus Koppstraße 89-93 in Wien 16 (Teil vom Berliner Hof, 1955-1958).

Brigitte Wiedmann - Brigitte Wiedmann (geb. Kaym, 1925-2002; auch Kiesewetter-Kaym) ist die Tochter des bekannten Architekten Franz Kaym. Sie studierte ab 1943 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante sie unter anderem zusammen mit Heinz Reiter den Josef-Illedits-Hof in Wien 3 (Kärchergasse 3-13, 1953/54) und die Anlage Wienerbergstraße 14 in Wien 12 (1959/60). Das Wohnhaus Rudolf-Zeller-Gasse 69 in Wien 23 (1969/70) entwarf Wiedmann gemeinsam mit Friedrich Albrecht.

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