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Hetzendorfer Straße 96

Fakten

Hetzendorfer Straße 96

Hetzendorfer Straße 96, 1120 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 48

Architekt: Richard Pfob

Weitere Adressen

Jägerhausgasse 21, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die heutige Wohnanlage an der Hetzendorferstraße 96 ist auf einem Grundstück errichtet, das die Stadt Wien 1952 vom Privatier Johann Ludwig erworben hat. Der fast 3.000 m2 große, langgezogene Grund befindet sich nur wenige Meter vom 1712 nach Plänen von Lukas von Hildebrandt umgebauten Schloss Hetzendorf entfernt, in dem seit Ende des Zweiten Weltkriegs die berühmte Modeschule Hetzendorf untergebracht ist.

Die Architektur

Die 1954 nach Plänen von Richard Pfob erbaute Hofanlage besteht aus drei autonomen, viergeschoßigen Häuserblöcken samt ausgebauten Dachgeschoßen, in denen vier Stiegen mit insgesamt 48 Wohnungen untergebracht sind. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt hofseitig über den parkähnlich angelegten Garten mit zahlreichen Grünflächen, Baum- und Strauchbepflanzungen. Die Anlage folgt in ihrem Erscheinungsbild dem Typus des kommunalen Wohnungsbaus der 1950er-Jahre: vertikal und horizontal klar gegliederte Fensterreihen sowie eine glatt verputzte ornamentfreie Fassadengestaltung. Akzente setzen die Satteldächer mit den zentrierten Gaupenfenstern und die weit vorkragenden Hauptgesimse, die die Fassaden nach oben hin abschließen. Für ausreichende Parkmöglichkeit ist in der Jägerhausgasse gesorgt. Eine Waschküche steht auf Stiege 2 zur Verfügung.

... und die Kunst

An der Südseite der zweiten Stiege befindet sich ein 19 m hohes Sgraffitowandbild mit dem Titel "Bogenschütze" von Romulus Candea (geb. 1922) aus dem Jahr 1955. Der gebürtige Rumäne studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er bis in die 1970er-Jahre als Maler, Bildhauer, Karikaturist und Kinderbuchillustrator tätig war. Heute arbeitet Candea als freier Maler in Nürnberg.

Der Name

Der frühere Hetzendorferweg wurde 1894 in Hetzendorferstraße umbenannt - nach der ehemaligen Gemeinde Hetzendorf, die als "Hercendorf" 1156 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Jägerhausgasse wurde im selben Jahr nach einem ehemaligen Jägerhaus benannt.

Sanierung

von 2009 bis 2010

Die Wohnhausanlage wurde von 2009 bis 2010 saniert. Neben der Neudeckung des Daches wurde unter anderem die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 352.400 Euro, 107.437 Euro konnten durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Richard Pfob - Richard Pfob (1903-1985) studierte von 1924-1927 bei Karl Holey, Max Theurer und Siegfried Theiß an der Technischen Hochschule Wien. 1931 promovierte er zum Thema "Bauten für den Olympischen Sport". Pfob arbeitete selbständig oder in Partnerschaft mit Hans Petermaier, mit dem er vorwiegend Industrie- und Gewerbebauten errichtete.

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