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Wienerbergstraße 10

Fakten

Wienerbergstraße 10

Wienerbergstraße 10, 1120 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 162

Architekt: Carl Witzmann

Weitere Adressen

Kastanienallee 4, 1120 Wien

Moosbruggergasse 3, 1120 Wien

Ruttenstockgasse 1, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Auf einem Umgebungsplan von Anton Ziegler aus dem Jahr 1847 sind auf dem weiteren Umland des Meidlinger Friedhofs nur Äcker eingezeichnet. Ein mit 1899 datierter Meidlinger Bebauungsplan zeigt noch immer unbebautes und unparzelliertes Gelände, obwohl auf einem Bezirksplan von 1896 bereits projektierte Baulinien und Straßenzüge über das Gebiet gelegt wurden. Auf einem Bezirksplan von Karl Kaplan aus der Zeit "nach 1910" wird dann schon ein größeres Gebäude auf dem Baugrund ausgewiesen.

Die Architektur

Die dreiflügelige Anlage ist auf einem rechteckigen Grundstück in Randverbauung konzipiert. Zur Wienerbergstraße hin wird sie von kurzen Anschlusstrakten und einem niedrigen Zaun abgeschlossen. Die Gliederung der Fassaden in der Ruttenstockgasse und in der Moosbruggergasse ist durch hohe Risalitquader mit Flachdach bestimmt, die bis zur Firsthöhe der Satteldächer hochgezogen sind. Sie wurden beim Einbau der Liftanlagen vor die Stiegenaufgänge gestellt. Ihre Doppelfensterachsen sind in ein vertieftes, vertikales Rechteckfeld eingeschnitten. In Höhe des Dachbereichs wird durch Lünettenfenster mit radförmig angeordneten Sprossen ein dekorativer Akzent gesetzt. Beim Flügel an der Kastanienallee und bei den kurzen Annexbauten liegen die Liftanlagen im Innenhof. An den Schmalseiten der Seitentrakte ist der halbe Fassadenteil als Abschluss zum Hof risalitartig vorgezogen. Das Sockelgeschoß und die Fensterzonen aller Fassaden sind grau verputzt, während den Partien dazwischen ein mehrfach genuteter rosa Putzstreifen vorgelegt ist, wodurch ein starker horizontalen Akzent gesetzt wird. Einen zusätzlichen plastischen Aspekt bewirken die kubischen Balkonkästen der Fassaden an der Wienerbergstraße, an der Kastanienallee und im Innenhof.

Der Name

Die Ruttenstockgasse, die die lange Rückseite des Komplexes vom anschließenden Gebäude trennt, ist nach Jakob Ruttenstock (1776-1842) benannt. Er war Professor für Kirchengeschichte an der Universität Wien.

Hieronymus Moosbrugger (1808-1858), nach dem die Moosbruggergasse benannt ist, war Bildhauer und führte Stukkaturarbeiten in der Hofburg und vielen Wiener Palais durch.

Sanierung

von 1988 bis 2007

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen erfolgte bereits 1988/89 der Anschluss an die Fernwärme Wien. Eine Sockelsanierung wurde von 2005 bis 2007 durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 6.576.108 Euro, davon konnten 4.511.024 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Carl Witzmann - Carl Witzmann (1883-1952) studierte von 1900 bis 1940 an der Kunstgewerbeschule Wien unter anderem bei Josef Hoffmann. Durch seine eigene Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule hatte er großen Einfluss auf die nachfolgende Architektengeneration. Sein Werk umfasst vor allem Villen und die Inneneinrichtung von zahllosen Wiener Café-Häusern (z. B. Café Sacher).

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