Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Malfattigasse 39

Fakten

Malfattigasse 39

Malfattigasse 39, 1120 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 42

Architekt: Klemens M. Kattner

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Wohnhaus Malfattigasse 39 wurde auf den Gründen des ehemaligen Wiener Bürgerspitalfonds errichtet, die Baubewilligung stammt aus dem Jahr 1929. Teile der Anlage, besonders im Bereich der 1. und 2. Stiege, wurden während des Zweiten Weltkrieges durch Bombentreffer beschädigt, konnten jedoch nach den Originalplänen wiederhergestellt werden. Es liegt in diesem Zusammenhang eine neuerliche Benützungsbewilligung aus dem Jahr 1950 vor.

Die Architektur

Der fünfgeschoßige Wohnbau mit seitlichen Loggien und Mansardgiebel von Clemens M. Kattner zählt zu einer Reihe von Gemeindebauten, die den um 1930 einsetzenden Umschwung in Richtung vereinfachter Tektonik andeuten. Während noch einzelne Elemente wie der plastische Dekor an der Straßenfront auf die reich verzierten Bauten der frühen Volkswohnhäuser der Gemeinde Wien verweisen, zeigen sich im Gegensatz dazu an der Hoffassade bereits deutliche Schritte in Richtung Vereinfachung. Bis auf die Eingangstüren wird auf jeglichen Bauschmuck verzichtet, allein die eingeschnittenen gleichformatigen Fenster und die schlichten Gitterbalkone bestimmen hier den Wandaufbau.

Der Name

Die Straße heißt seit 1888 Malfattigasse. Sie ist nach dem Arzt Dr. Johann Malfatti Edler von Montereggio (1775-1859) benannt, der 1837 die "Gesellschaft der Ärzte in Wien" gegründet hatte.

Sanierung

von 1987 bis 2011

Die Wohnhausanlage wurde von 2006 bis 2011 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits ab 1987.

Architekten

Klemens M. Kattner - Clemens M. Kattner (1871-1945) studierte in Wien an der Akademie der bildenden Künste bei Friedrich Schmidt und Viktor Luntz. Sein Tätigkeitsschwerpunkt lag vor allem im Kirchenbau. Für die Gemeinde Wien errichtete er die drei Wohnhausanlagen Troststraße 64-66 in Wien 10, Cervantesgasse 3 in Wien 14 und Malfattigasse 39 in Wien 12.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+