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Rauchgasse 37

Fakten

Rauchgasse 37

Rauchgasse 37, 1120 Wien

Baujahr: 1956-1956

Wohnungen: 22

Architekt: Matthäus Jiszda II.

Weitere Adressen

Vivenotgasse 36, 1120 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Rauchgasse liegt in einem Bereich von Meidling, wo sich schon 1776 ein Ziegelofen befand, zu dem im 19. Jahrhundert mehrere Ziegeleien hinzukamen. Im Süden des damals Untermeidling genannten Bezirks siedelten sich in der Folge bei den Ziegelteichen Arbeiter an. Das Dorf wurde deshalb auch "Bei den Ziegelöfen" genannt oder einfach nur "das Dörfl". Die Anwohner erhielten vom Stift Klosterneuburg die Erlaubnis, eine eigene Gemeinde zu bilden - Wilhelmsdorf. Leider konnte der Gemeindestatus nur für einige Jahre gehalten werden, denn die Bewohner von Wilhelmsdorf waren als meist mittellose Arbeiter den steuerlichen Vorgaben nicht gewachsen. Die Wilhelmsdorfer Kapelle in der Rauchgasse und die Wilhelmstraße erinnern noch an diese Zeit, als Probst Wilhelm Sedlacek die Erlaubnis für die Lostrennung von Untermeidling gegeben hatte und das Dörfel nach ihm benannt wurde.

Die Architektur

Das von außen fast wie ein Würfelblock wirkende fünfgeschoßige Gebäude an der Ecke Vivenotgasse und Rauchgasse besteht tatsächlich aus zwei rechtwinkelig zueinander stehenden Flügeln, die einen winzigen Hinterhof aufspannen. Die zurückhaltenden Straßenfassaden sind durch zwei- oder dreiflügelige Fensterachsen gegliedert. Das hohe Erdgeschoß ist durch eine schmale Horizontalritzung im Putz und durch die etwas dunklere Färbung von den Obergeschoßen abgesetzt. Das ausgebaute Satteldach ist zur Vivenotgasse hin mit drei Gaupen ausgestattet. Der Hauseingang befindet sich in der Rauchgasse. Er ist asymmetrisch in der vorletzten Achse zum Eck hin angeordnet. Ein leicht vorgezogenes Gewände und eine Oberlichte über einem dazwischen liegenden Mauerstück setzen hier sparsame Akzente. Durch diesen Eingang gelangt man über einen Treppenlauf zu einer holzgerahmten Schwingtür mit Oberlichte im Gebäudeinneren und schließlich in den kleinen Hinterhof. Erst von diesem aus erkennt man die beiden Flügel, deren Fassaden hier hoch und schmal sind. Die Hofseite des Gebäudeteils an der Rauchgasse schließt mit einem zweiachsigen Risalit an das Nebengebäude auf. In der einachsigen Rücklage an der Ecke befinden sich der Hofeingang und die Stiegenhausfenster.

Der Name

Die Rauchgasse ist seit circa 1864 nach Werner Rauch (1809-1882) benannt, der Ortsrichter in der ehemaligen Gemeinde Wilhelmsdorf war und 1859 bis 1870 Bürgermeister von Untermeidling. Sein Beruf war Uhrmacher gewesen.

Sanierung

von 1989 bis 1989

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1989 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 104.140 Euro, davon konnten 62.484 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Matthäus Jiszda II. - Matthäus Jiszda II. (1908-1998) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister und Peter Behrens. Er entwarf hauptsächlich Betriebswerkstätten für Industriekonzerne; für die Gemeinde Wien plante er unter anderem den Salvador-Allende-Hof in Wien 11 (mit Otto Frank und Richard Horner) sowie den Karl-Wrba-Hof in Wien 10 (mit seinem Sohn Matthäus Jiszda III.).

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