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Lorystraße 46-48

Fakten

Lorystraße 46-48

Lorystraße 46-48, 1110 Wien

Baujahr: 1987-1989

Wohnungen: 90

Architekt: Harry Glück

Weitere Adressen

Grillgasse 29, 1110 Wien

Ehamgasse 19, 1110 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

In einem Dokument von 1130 wird als Besitzer eines kleinen Ortes im Bereich der Laurenzkirche "Isinrich von Simmaningen" genannt. Bei den "von Simmaningen" dürfte es sich um ein in dieser Gegend ansässiges Landadelsgeschlecht gehandelt haben, dessen Spuren sich im 14. Jahrhundert verlieren, als sich der Name Simmering jedoch für den Ort bereits etabliert hatte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa "Die Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Die Architektur

Die fünf Geschoße umfassende Wohnhausanlage erstreckt sich von der Lorystraße entlang der Grillgasse bis in die Ehamgasse. Die Ecke Lorystraße/Grillgasse ist breit abgeschrägt. Einen markanten städtebaulichen Akzent setzt hier das turmartig überhöhte Stiegenhaus. Wie auch die anderen vier Stiegenhäuser wölbt es sich leicht konvex vor und ist auch seitlich von der Baumasse abgesetzt, wodurch es, unterstrichen durch die Farbgebung, als ein eigenständiger, isolierter Baukörper erscheint. In das ausgebrochene Erdgeschoß ist beidseitig vom Stiegenhaus ein schlichter Rundpfeiler eingestellt. Über die linke Seite gelangt man zur Stiege, rechts zur hier untergebrachten Kindertagesstätte. Zur Schmalseite an der Lorystraße leitet ein massiv vortretender, das Dachgesims durchbrechender Erker über, dessen Front leicht konvex gewölbt ist. Dominiert wird die Fassade wiederum von einem Stiegenhausturm. Er ist von zwei flachen, gewölbten Erkern flankiert, deren Wölbung im weit vorkragenden Dachgesims übernommen wird. Zusammen mit dem Erkerturm, dem Stiegenhaus und dem zum Teil ausgebauten Dachgeschoß entsteht so eine sehr abwechslungsreich bewegte Dachsilhouette. Nach dem gleichen Schema wird die lange Front zur Grillgasse rhythmisiert, zu der ein über zwei Achsen reichender Erkerblock überleitet. Auch die Ecke Grillgasse/Ehamgasse ist breit abgeschrägt. An der schlichten Schmalseite der Ehamgasse befindet sich die Einfahrt zur Tiefgarage. Die zurückhaltender gestalteten Hofseiten sind großzügig in Loggien aufgebrochen.

Der Name

Benannt ist die Straße nach dem Wundarzt Karl Lory (1794-1867). Er sammelte Heilkräuter für Arzneizwecke und behandelte damit kostenlos die Armen von Simmering. Lory besaß das Haus Simmeringer Hauptstraße 123.

Architekten

Harry Glück - Harry Glück wurde 1925 in Wien geboren. Nach einer Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung als Bühnenbildner in Österreich, Deutschland und der Schweiz studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Wien, wo er 1960 sein Studium abschloss. Ab 1966 führte er eine Bürogemeinschaft mit Werner Höfer und Carl Auböck; ab 1975 arbeitete er mit Tadeusz Spychala, Rudolf Neyer und anderen zusammen. Er verfasste zahlreiche Publikationen zu seinem Arbeitsschwerpunkt, dem sozialen Wohnbau. In Wien plante er unter anderem den Neubau des Franz-Josefs-Bahnhofs, das Wohnhaus in der Angeligasse (10. Bezirk; 1969-1971), die Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße 131-135 (19. Bezirk; 1971-1974), die Wohnhausanlage in der Magdeburgstraße (22. Bezirk; 1973-1975), den Wohnbau in der Hadikgasse 128-134 (14. Bezirk; 1974-1977), die Wohnhausanlage "Marco-Polo-Gründe" (21. Bezirk; 1974-1979) und das Bezirkszentrum am Elterleinplatz 9-12 in Wien 17 (1984-1986).

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