Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18

Fakten

Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18

Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18, 1110 Wien

Baujahr: 1979-1981

Wohnungen: 45

Architekt: Walter Muchar

Wohnen in Wien

Zwischen 1978 und 1981 wurde zur Wohnungsverbesserung in Wien insgesamt ein Darlehensvolumen für über 48.000 Wohnungen zugesichert. 39 Wohnanlagen wurden fertig saniert, an weiteren 86 mit einem Kostenaufwand von 52 Mio. Euro gearbeitet. Zusätzlich wurden über 6.000 neue Wohnungen fertig gestellt. Die Architektur wandelte sich - dank des technischen Fortschritts in der Plattenbauweise - vom Zeilenbau hin zu flexibler gestalteten Anlagen mit individuellem Charakter und mieterfreundlichen Grundrissen. Gleichzeitig verstärkte sich das Mietermitspracherecht und serviceorientierte Wohnungsberatungszentren wurden etabliert.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde unmittelbar unter der Laurenzkirche erbaut. Nordwestlich von ihr, im Bereich der heutigen Kobelgasse, liegt der älteste Siedlungskern Simmerings. Von dort entwickelte sich die Ansiedlung zu einem kleinen, 1028 erstmals urkundlich genannten Ort entlang der heutigen Mautner-Markhof-Gasse (ursprünglich Dorfgasse). Auch das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, war bereits früh verbaut. Ähnlich wie heute noch in der Mautner-Markhof-Gasse stand hier eine Reihe von kleinen Hofanlagen. Bis in die 1960er-Jahre war das Gebiet entlang der Kaiser-Ebersdorfer Straße von Nutzgärten geprägt. Erst die Errichtung einiger großer Wohnhausanlagen urbanisierte diesen Bezirksteil und band ihn enger an das Stadtzentrum an.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus vier fünfgeschoßigen Häusern mit ausgebauten Dachgeschoßen, die dem gekrümmten Straßenverlauf und dem Geländeanstieg folgend geknickt und höhenversetzt zueinander angelegt sind. Die einzelnen Häuser werden durch vier bzw. sechs symmetrisch angeordnete Fensterachsen und die mittig gelegenen Stiegenhaustürme gegliedert. Optisch zusammengehalten wird der Häuserkomplex durch die farblich einheitlich gestaltete Sockelzone, die sich über das gesamte Erdgeschoß erstreckt und zum Teil als Geschäftszone ausgebildet ist. Die Eingänge und Schaufenster sind markant grün gefärbt, während die Fenster der Wohnräume mit unauffälligen, weißen Rahmen scharf in die glatte Putzfassade eingesetzt sind. Auch die mit Schlitzfenstern auffallend gestalteten, beinahe kubistisch anmutenden Stiegenhausvorbauten heben sich farblich ab. An der Hoffront wachsen massive, eng aneinander liegende Loggienachsen empor, die sich zu einer zweiten Fassadenschicht zusammenfügen. Die begrünten Blumenwannen an den Loggien schwächen die dominierenden harten, kantigen Formen der Wohnhausanlage etwas ab.

Der Name

Benannt ist der Straßenzug nach dem ehemaligen Vorort Kaiser-Ebersdorf, der erstmals 1108/25 urkundlich Erwähnung fand und 1890 gemeinsam mit Simmering und Teilen von Schwechat, Kledering und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Architekten

Walter Muchar - Walter Muchar (1918-2005) studierte ab 1942 bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach seinen Plänen wurden von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre mehrere Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien errichtet, wie etwa die Wohnhäuser Erdbergstraße 36 in Wien 3 (1977-1979) und Kaiser-Ebersdorfer Straße 12-18 in Wien 11 (1979-1981).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+