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Thürnlhofstraße 20-24

Fakten

Thürnlhofstraße 20-24

Thürnlhofstraße 20-24, 1110 Wien

Baujahr: 1971-1972

Wohnungen: 621

Weitere Adressen

Bockbergergasse 1-3, 1110 Wien

Widholzgasse 1, 1110 Wien

Herretweg 4-6, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Thürnlhofstraße 20-24 ist der zweite der vier Bauteile der Plattenbausiedlung "Thürnlhofstraße". Die gesamte Anlage wurde innerhalb von fünf Jahren auf vormals landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet und schafft Wohnraum für ca. 6.800 Einwohner.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage zählt zur zweiten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen. Bedingt durch die stärker werdende Kritik an der freistehenden Zeilenbebauung der ersten Generation wurde nunmehr versucht, an das traditionelle Wiener Modell der Hofbebauung anzuschließen, und daher schloss man die orthogonal stehenden Scheibenbauten zu einer hofbildenden Bebauung zusammen. Darüber hinaus zeichnet sich die zweite Phase des Wiener Plattenbaus durch die Abkehr von den ausschließlich vier- und neungeschoßigen Wohnbauten aus. Davon versprach man sich mehr Variabilität.

Die Siedlung besteht aus insgesamt 16 turmähnlichen Häusern, die zu sechs Gebäudegruppen zusammengefasst sind, und unterscheidet sich daher augenscheinlich von der Bebauungsform der in den Jahren davor errichteten Wiener Plattenbauten. Es wurden drei verschiedene Haustypen verwendet, die auch beim dritten (Pantucekgasse 9 - 11) und vierten Bauteil (Pantucekgasse 33) zur Ausführung gelangten. Gemein haben alle drei Haustypen die zentrale Erschließung sowie die radiale Anordnung von vier Wohnungen je Geschoß. Jede Wohnung der sieben- bis elfgeschoßigen Wohnhäuser verfügt über eine Loggia. Durch die Vorlagerung der Loggien vor die Wohnungen entstanden Risalite, die zusätzlich zur turmartigen Bebauung die Vertikalisierung des Gebäudes unterstützen. Die Wohngebäude sind allesamt unterkellert, wobei der Keller ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt, was wiederum die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. Durch die bereits durchgeführte thermische Sanierung sind sowohl die für die Fertigteilbauweise typische Fassadenrasterung als auch die verwendeten, teils verschiedenen Oberflächenmaterialien nicht mehr sichtbar.

... und die Kunst

Im Zentrum der Wohnhausanlage, entlang des Verbindungsweges zwischen Widholzgasse und Herretweg, befinden sich zwei künstlerische Werke. Carl Unger gestaltete westlich der Stiege 16 eine Wand mit dem Titel "Abstrakte Gestaltung". Der Bildhauer Arnulf Neuwirth schuf im Bereich der Stiege 4 die Natursteinskulptur "Kyklopenmauerwerk". Bei der Schule, nahe der Adresse Miltnerweg 9, Stiege 4, befindet sich die Plastik "Rat der Alten" von Franz Xaver Hauser aus dem Jahr 1973. Unweit der Straßenbahnstation "Pantucekgasse" der Linie 71 steht die Metallplastik "Aggression", die der Künstler Karl Anton Wolf 1972 gestaltete.

Der Name

Die Wohnhausanlage trägt den Namen der im Westen angrenzenden Straße. Seit 1920 wird die Straße nach dem Thürnlhof in Kaiserebersdorf, Münnichplatz 5, bezeichnet. Im Jahr 1552 schenkte Kaiser Ferdinand I. seinem Unterkoch Michael Pfeiffer zu seinem Haus zusätzlich noch "zwei öde Thürnln" (Türme), mit welchen Pfeiffer sein Anwesen zu einem Herrenhaus ausbaute und die damit Namensgeber des Hofes wurden. Im Thürnlhof verbrachte u. a. Napoleon die Nacht vor der Schlacht bei Aspern. Nach diversen Besitzer- und Funktionswechseln wird der Hof gegenwärtig als Restaurant verwendet.

Sanierung

von 2004 bis 2009

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 bis 2009 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Gesamtkosten für die Sanierung betragen 5.832.700 Euro, 1.944.233 Euro konnten durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

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