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Lorystraße 54-60

Fakten

Lorystraße 54-60

Lorystraße 54-60, 1110 Wien

Baujahr: 1964-1966

Wohnungen: 95

Architekt: Rotraut Hommer

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In einem Dokument von 1130 wird als Besitzer eines kleinen Ortes im Bereich der Laurenzkirche "Isinrich von Simmaningen" genannt. Bei den "von Simmaningen" dürfte es sich um ein in dieser Gegend ansässiges Landadelsgeschlecht gehandelt haben, dessen Spuren sich im 14. Jahrhundert verlieren, als sich der Name Simmering jedoch für den Ort bereits etabliert hatte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa die "Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage wurde etwas zurückversetzt von der Lorystraße hinter dem Braunhuberpark errichtet. Durch ihre Höhe und Länge wirkt sie beinahe wie ein Schild, das als städtebauliche Abschirmung gegen die dahinter vorbeiführende Ostbahn und das beginnende Industriegebiet dient. Gegliedert wird die Fassade des vier Stiegenhäuser und acht Geschoße umfassenden Gebäudes durch einen leicht vorgezogenen Mittelrisalit, der sich über zwei Stiegen erstreckt. Die Stiegenhausachsen sind etwas hinter die Fassadenflucht zurückversetzt, in ihr sind die großen, vertikal strukturierten Fenster dezent gerahmt eingesetzt. Sie setzen deutliche vertikale Akzente, durchbrechen jedoch nicht das durchgezogene Dachgesims, wodurch der kompakte, schlichte Fassadenaufbau unterstrichen wird. Erst deutlich hinter das Dachgesims zurückversetzt, ragen die für die Aufzüge notwendigen Dachausbauten hoch. Die zwischen den Stiegenhäusern liegenden glatten Fassadenflächen sind mit Achsen unterschiedlich großer Fenster durchsetzt. Französische Fenster kommen allerdings nur an den Seitenteilen zum Einsatz, wodurch diese gegenüber dem dominierenden Mittelrisalit aufgewertet werden. Der an der Vorderfront vorgezogene Block ist an der Rückseite zurückversetzt und mittels großzügiger Balkone an die Seitenrisalite angebunden. Zudem wird die Mittelachse durch lange Balkone markiert, die die Wohnungen zum begrünten Hinterhof öffnen.

... und die Kunst

An der Ecke Lorystraße/Braunhubergasse steht die von Fritz Pilz geschaffene Natursteinplastik einer weiblichen Figur (1960-1966).

Der Name

Benannt ist die Straße nach dem Wundarzt Karl Lory (1794 - 1867). Er sammelte Heilkräuter für Arzneizwecke und behandelte damit kostenlos die Armen von Simmering. Lory besaß das Haus Simmeringer Hauptstraße 123.

Architekten

Rotraut Hommer - Rotraut Hommer (1923-2001; geb. Friedl, später verh. Haberl) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Graz. Später war sie als selbständige Architektin in Wien tätig. Hier wurden nach ihren Entwürfen unter anderem für die Gemeinde Wien die Wohnhäuser Lorystraße 54-60 in Wien 11 (1964-1966) und Karl-Löwe-Gasse 7-9 in Wien 12 (1967-1969) errichtet.

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