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Römersthalgasse 9-17

Fakten

Römersthalgasse 9-17

Römersthalgasse 9-17, 1110 Wien

Baujahr: 1961-1962

Wohnungen: 118

Architekt: Leopoldine Schwarzinger, Felix Hasenöhrl

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In einem Dokument von 1130 wird als Besitzer eines kleinen Ortes im Bereich der Laurenzkirche "Isinrich von Simmaningen" genannt. Bei den "von Simmaningen" dürfte es sich um ein in dieser Gegend ansässiges Landadelsgeschlecht gehandelt haben, dessen Spuren sich im 14. Jahrhundert verlieren, als sich der Name Simmering jedoch für den Ort bereits etabliert hatte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa "Die Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Die Architektur

Die acht Geschoße umfassende Wohnhausanlage besteht aus einem langen, frei stehenden Block an der Römersthalgasse, der deutlich von der Straße zurückversetzt und von Grünanlagen umgeben ist. Gegliedert wird die lange Straßenfront in erster Linie durch die fünf turmartig überhöhten Stiegenhäuser. Sie sind leicht vor die Fassadenflucht gezogen und mit einem jeweils links eingelassenen, vertikalen Glasband versehen. Die Fassadenfelder dazwischen werden durch je sechs Fensterachsen strukturiert, von denen die äußersten nur halbe Breite aufweisen. Durch die von den Architekten geplante Farbgestaltung und Nutung waren Fensterreihen und die dazwischen liegenden Wandfelder ursprünglich zu horizontalen Bändern zusammengefasst. Im Zuge der 2008 abgeschlossenen Sanierung erhielt die Front eine neue Struktur. Das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß sind farblich und durch die neue Nutung zu einer Einheit zusammengefasst. Die Fenster der vier darüber liegenden Geschoße liegen nun in einem glatten, orangefarbenen Wandfeld. Gerahmt werden die Farbzonen durch das Weiß der äußersten Fensterachsen und beiden obersten Geschoße. Deutlich davon abgehoben sind die nun mit feinen Nuten durchzogenen Stiegenhaustürme. Das Orange und das rahmende Weiß wurden auch an der Rückfront übernommen, die durch großzügige, leicht vor die Fassade gezogene Loggienblöcke aufgebrochen ist.

... und die Kunst

In der Grünfläche vor dem Wohnhaus steht die von Hannes Haslecker aus Naturstein geschaffene Plastik "Familie" (1960/63).

Der Name

Zahlreiche der neu angelegten Straßen in Simmering wurden nach früheren Besitzern der Herrschaft benannt. Isabella Perpetua von Römersthal, geb. Freifrau von Urschenböck (1614-1664), scheint 1635 im niederösterreichischen ständischen Gültenbuch als Besitzerin der Grundherrschaft Simmering auf.

Sanierung

von 2006 bis 2008

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2006 bis 2008 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 2.103.000 Euro, davon konnten 432.430 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Leopoldine Schwarzinger - Leopoldine Schwarzinger (geb. Pollak, 1913-2002) studierte vor dem Zweiten Weltkrieg Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach 1945 war sie (unter den Namen L. Schwarzinger und L. Kirschner) vor allem im Wiederaufbau tätig und entwarf vorwiegend in Gemeinschaft mit anderen Architekten mehrere Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Von ihr stammen unter anderem die Pläne für die Wohnhäuser Oberlaaer Straße 87 in Wien 10 (1956) und Geibelgasse 10 in Wien 15 (1978-1980); zusammen mit Felix Hasenöhrl entwarf sie die Anlage Römersthalgasse 9-17 in Wien 11 (1961/62).

Felix Hasenöhrl - Felix Hasenöhrl wurde 1925 in Semmering geboren. Für seine Diplomarbeit, mit der er sein Studium bei Oswald Haerdtle an der Hochschule für angewandte Kunst abschloss, erhielt er den österreichischen Staatspreis für Architektur. In Wien wurden zahlreiche Wohn- und Geschäftshäuser errichtet, die er in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften entwarf, darunter das Geschäftshaus der Fa. Julius Meinl (Kärntner Ring 2, Wien 1) und der Concordiahof (Concordiaplatz 4-5, Wien 1).

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