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Rinnböckstraße 14-18

Fakten

Rinnböckstraße 14-18

Rinnböckstraße 14-18, 1110 Wien

Baujahr: 1960-1961

Wohnungen: 39

Architekt: Rudolf Hönig

Weitere Adressen

Simmeringer Hauptstraße 13, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Vor dem Pestjahr 1679 war das Gebiet des heutigen Simmerings, damals noch ein kleines Dorf im Bereich der Laurenzkirche, ein ertragreiches Weinbaugebiet. Nach der Verwüstung durch die Türken 1683 vollzog sich im Ort eine Rückbildung zur bäuerlichen Struktur mit vielen kleinteiligen Feldern. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich durch den Zuzug großer Unternehmen, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, zu einem Industrie- und Arbeitervorort. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung waren die im Bereich der Simmeringer Hauptstraße 1-3 errichteten Rinnböckhäuser. Die heute noch zum Teil erhaltenen Häuser waren damals die zweitgrößte Wohnhausanlage Wiens und rückten Simmering ein Stück näher an die Stadt. 1892 wurden Simmering und Kaiserebersdorf sowie kleine Teile von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet. Die Wandlung vom Dorf zur Stadt ist sehr gut anhand der Nachbarhäuser der Wohnhausanlage nachvollziehbar: links liegt ein ebenerdiges, dörfliches Althaus, rechts ein mehrgeschoßiges Mietshaus des späten 19. Jahrhunderts.

Die Architektur

Die fünf Geschoße umfassende Wohnhausanlage erstreckt sich über 17 Fensterachsen entlang der Rinnböckstraße. Zwei vertikale Nuten gliedern die lange Front in drei Abschnitte, die je aus einer mittig gelegenen Stiegenhausachse und sechs normalen Fensterachsen bestehen. Die großen Glasflächen des Stiegenhauses sind in deutlich vor die Fassadenflucht gezogene Steinplatten eingesetzt. Sie reichen bis knapp unter das durchgezogene Dachgesims, das die vertikale Wirkung der Glasbänder stark beschränkt. Überhöht werden sie durch hinter dem Dachgesims liegende Aufbauten für die Aufzüge, die leicht abgeschrägt und so von der Straße kaum wahrnehmbar sind. Die Fenster sind dezent gerahmt in die glatte Fassade eingeschnitten, die von der niedrigen Sockelzone bis zum Dachansatz ohne Zäsur hochgezogen ist. Rechts führt eine markant gerahmte Einfahrt zum teilweise als Parkplatz genutzten Innenhof. Über den öffentlichen Durchgang links gelangt man zur Simmeringer Hauptstraße, wo ein den Innenhof begrenzender, ebenerdiger Trakt mit Geschäftslokalen erbaut wurde. Bemerkenswert an dieser niedrigen Verbauung ist die schräg hochgezogene Verdachung, die mit großzügigen Fenstern versehen ist.

... und die Kunst

Im Hof der Anlage befindet sich die Natursteinplastik "Spielender Löwe". Sie wurde 1961 von dem bedeutenden Bildhauer Alfred Hrdlicka geschaffen.

Der Name

Noch zu seinen Lebzeiten wurde die Straße nach Josef Rinnböck (1816-1880) benannt. Der Deichgräbermeister und Gastwirt war einer der bedeutendsten Simmeringer des 19. Jahrhunderts. Er ließ um 1860 im Bereich der Simmeringer Hauptstraße 1-3 die damals zweitgrößte Wohnhausanlage von Wien errichten (zum Teil heute noch erhalten). Mehrere Jahre hindurch war er Mitglied des Gemeinderats von Simmering.

Sanierung

von 1987 bis 1988

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1987 und 1988 das Dach neu gedeckt. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Rudolf Hönig - Rudolf Hönig (1895-1967) studierte von 1918 bis 1924 unter anderem bei Siegfried Theiß und Franz Krauß an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er die Wohnhausanlage Rinnböckstraße 14-18 in Wien 11 (1960/61) und war an den Plänen zum Anton-Schmid-Hof in Wien 20, Pappenheimgasse 31 (1964-1966) beteiligt.

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