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Ehamgasse 49

Fakten

Ehamgasse 49

Ehamgasse 49, 1110 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 15

Architekt: Carl Auböck

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In einem Dokument von 1130 wird als Besitzer eines kleinen Ortes im Bereich der Laurenzkirche "Isinrich von Simmaningen" genannt. Bei den "von Simmaningen" dürfte es sich um ein in dieser Gegend ansässiges Landadelsgeschlecht gehandelt haben, dessen Spuren sich im 14. Jahrhundert verlieren, als sich jedoch der Name Simmering für den Ort bereits etabliert hatte. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst zu Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa "Die Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt am Ende der Ehamgasse, wo diese in das Gelände von Kleingartenanlagen mündet. Die betont schlicht gehaltene Fassade des fünf Geschoße umfassenden Gebäudes wird durch fünf Fensterachsen unterschiedlicher Breite strukturiert. In ihrer Größe nehmen die Fenster Bezug auf die Funktion des dahinter liegenden Raumes. Küche und Kabinett öffnen sich jeweils durch kleine Fenster zur Straße, Wohnzimmer und großer Schlafraum hingegen durch breite Fenster. Die Fenster sind ohne Rahmung, nur mit einem schlichten Fensterbrett versehen, in die glatte Fassade eingesetzt. Die Fassade ist von der niedrigen Sockelzone bis zum abschließenden Dachgesims ohne Zäsur hochgezogen. Links im Erdgeschoß befand sich ursprünglich ein Autoabstellraum, rechts ist der Durchgang zum Hinterhof eingeschnitten. Im Gegensatz zur Straßenseite hat die fünfachsige Hoffront eine symmetrische Gliederung. Die Mittelachse wird von den versetzten Fenstern des Stiegenhauses eingenommen. Die Fensterbreite der anschließenden Achsen nimmt nach außen hin zu. Bemerkenswert ist das vom Architekten vorgesehene Gerüst für Kletterpflanzen, das dem Eingang zum Stiegenhaus vorgestellt ist.

... und die Kunst

Über dem Durchgang befindet sich ein von Kurt Möser gestaltetes Mosaik (1955/56). Die abstrakten Formen scheinen aus der Pflanzenwelt entliehen und lassen an Wachstum und Wandlung denken.

Der Name

Benannt ist die Gasse nach dem Juristen und Reichshofrat Michael von Eham. Er war von 1598 bis 1608 Besitzer der Herrschaft Simmering. Von 1586 bis 1592 stand er der Universität Wien als Rektor vor.

Sanierung

von 2001 bis 2002

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 und 2002 saniert. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung von Dach, Fenstern und Türen. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Carl Auböck - Carl Auböck (1924-1993) studierte zunächst bis 1949 an der Technischen Hochschule Wien. Im Anschluss daran war er an der Akademie der bildenden Künste bei Lois Welzenbacher inskribiert und absolvierte ein Postgraduate Studium am Massachusetts Institute of Technology (USA). Erste Arbeiten beschäftigten sich mit in Massenproduktion hergestellten Wohnungseinrichtungen und mit der Vorfertigung von Einzelteilen für Einfamilienhäuser. Nach dieser Methode entstand die Musterhaussiedlung Veitingergasse 64 in Wien-Lainz (1953/54, zusammen mit Roland Rainer). Große Beachtung fand Auböck auch für seine Design-Entwürfe, die heute zum Teil als Klassiker gelten, wie etwa sein "Cocktail-Shaker". Ab 1977 war er Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, wo er ab 1987 dem Institut für Produktgestaltung vorstand.

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