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Eisteichstraße 11

Fakten

Eisteichstraße 11

Eisteichstraße 11, 1110 Wien

Baujahr: 1957-1958

Wohnungen: 32

Architekt: Armin Dolesch

Weitere Adressen

Wilhelm-Otto-Straße 4-6, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der älteste Siedlungskern von Simmering entstand am Rande einer der Stadtterrassen im Bereich der heutigen Kobelgasse westlich des Kirchbergs mit der Laurenzkirche. Der kleine, 1028 erstmals urkundlich erwähnte Ort entwickelte sich in der Folge zu einem Zeilendorf entlang der heutigen Mautner-Markhof-Gasse. Noch vor dem Pestjahr 1679 war das Umfeld im Süden und Osten Wiens bis nach Simmering und weiter bis zu den Donauauen ein ertragreiches Weinbaugebiet. Nach der Verwüstung durch die Türken 1683 vollzog sich im Ort ein Strukturwandel, der die Rückbildung zu Dorffluren mit vielen kleinteiligen Feldern zur Folge hatte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein kleines Dorf. Erst durch die Ansiedlung großer Betriebe, denen es Ende des 19. Jahrhunderts im Stadtgebiet zu eng wurde, entwickelte sich Simmering zu einem Industrie- und Arbeiterbezirk, der 1892 Wien eingemeindet wurde.

Die Architektur

Das Wohnhaus Ecke Eisteichgasse/Wilhelm-Otto-Straße entstand in einer gemeinsamen Planungsphase mit dem Gebäude Wilhelm-Otto-Straße 3-5. Das Erdgeschoß an der Front zur Eisteichgasse ist als Geschäftsbereich ausgebildet. Neben mehreren großen Schaufenstern befindet sich hier auch der Durchgang zum Innenhof, von dem aus die beiden Stiegenhäuser erschlossen werden. Die Straßenfassade ist vom niedrigen Sockelgeschoß bis zum abschließenden Dachgesims ohne Einschnitte hochgezogen. Die Fensterachsen sind wie die Öffnungen im Erdgeschoß zu zwei Gruppen zusammengezogen. Links sind vier Achsen kleiner Fenster mit einer dezenten Rahmung in die glatte Front eingesetzt. Die beiden rechten Achsen bilden mit ihren französischen Fenstern in den oberen drei Geschoßen das adäquate Gegengewicht zur nackten, geschlossenen Wandfläche in der Wilhelm-Otto-Straße, in der sich nur ein einziges Schaufenster befindet. Strukturiert wird die lange Front an der Wilhelm-Otto-Straße durch die unregelmäßige Anordnung von Achsen schlichter und französischer Fenster. Auch die Hoffassaden werden lediglich durch Achsen großer und kleiner Fenster gegliedert, die hier allerdings ungerahmt sind. Aus der Reihe fallen nur die versetzten Stiegenhausfenster.

Der Name

Die Eisteichstraße wurde im Jahr 1904 nach den hier einst bestehenden Teichen benannt, die im Winter der Eisgewinnung dienten.

Sanierung

von 1997 bis 1998

Die Wohnhausanlage wurde im Zuge von Sanierungsmaßnahmen bereits 1988/89 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Kosten dafür betrugen 37.863 Euro, davon konnten 30.290 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Eine umfassende Sanierung erfolgte 1997/98. Dach, Fenster und Türen wurden erneuert, die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Armin Dolesch - Armin Dolesch (geb. 1928) studierte von 1947 bis 1950 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Lois Welzenbacher. Nach dem Studium verbrachte er einige Zeit in Zürich, machte sich aber bereits 1952 in Wien als Architekt selbstständig. Die Gemeinde Wien, für die er vier Wohnbauten errichtete, war einer seiner ersten Auftragsgeber. Seit 1970 ist Dolesch vor allem im Gesundheitswesen tätig. Ein besonderes Anliegen ist ihm auch der Schulbau. Auf der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten gründete er die Arbeitsgruppe "Kinder(t)raum - Lebensraum Schule".

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