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Fuchsröhrenstraße 22-30

Fakten

Fuchsröhrenstraße 22-30

Fuchsröhrenstraße 22-30, 1110 Wien

Baujahr: 1930-1932

Wohnungen: 87

Architekt: Rudolf Perthen

Weitere Adressen

Wilhelm-Otto-Straße 2, 1110 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Simmering ein kleines Dorf. Ab 1861 wurden die Rinnböckhäuser (benannt nach dem Bauherrn) mit Steinen aus der alten Stadtmauer im Bereich der Simmeringer Haupstraße 1-3 erbaut. Die heute noch zum Teil erhaltenen Häuser waren damals die zweitgrößte Wohnhausanlage Wiens und brachten Simmering näher an das Stadtgebiet Wiens. In der Folge siedelten sich große Betriebe hier an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa "Die Maschinen- und Waggonfabrik AG" und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. 1892 wurden Simmering und Kaiserebersdorf sowie kleine Teile von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk Simmering nach Wien eingemeindet. Mit der Demolierung des Linienwalls ab 1894 fand Simmering endgültig seinen Anschluss an das Stadtgebiet.

Die Architektur

Die unregelmäßig erscheinende Baumasse der Wohnhausanlage ist in der schwierigen Lage an der Terrassenkante der Fuchsröhrenstraße platziert, an der sie ein schmales, lang gezogenes Grundstück umschließt. Genauso beeindruckend wie der Grundriss der Anlage, sind die klaren, funktionalen Formen, durch den sich der Bau auszeichnet. Der Architekt hat die für die Gemeindebauten der 1920er-Jahre typische expressionistische Formensprache überwunden und reduziert den Bau auf das Wesentliche. Die schmale Front zur Wilhelm-Otto-Straße wird durch Achsen schmaler und breiterer Fenster strukturiert. Besonders markant sind die kleinen, quadratischen, in Quartette gruppierten Lüftungsöffnungen. Vertikal gegliedert wird die Fassade durch dezente Sohlbankgesimse, die sich über alle Fronten ziehen. Der über drei Achsen liegende Dachausbau erfolgte erst nachträglich. Die spitzwinkelige Grundstücksecke zur Fuchsröhrengasse wird durch einen Gebäuderücksprung überwunden. Hier erfolgt auch die Erhöhung der Front um ein Geschoß, die allerdings an der Fuchsröhrengasse gleich wieder zurückgenommen wird. Auch an der langen Front wurde über dem kräftigen Kranzgesims nachträglich das Dachgeschoß ausgebaut. Ebenso hat man den einst in der Fassadenflucht gelegenen Stiegenhäusern Aufzugstürme vorgestellt, wodurch die ursprüngliche Gliederung stark beeinträchtigt wird. Der linke Risalit schließt aufgrund einer leichten Straßenbiegung nicht auf einer Linie an den Mittelteil an. Dieser ist etwas von der Baulinie zurückversetzt und lässt so eine Art schmalen Ehrenhof entstehen, der an die Tradition der monumentalen Palastarchitektur denken lässt - hier allerdings in sachliche, funktionale Formen gegossen. Ein im stumpfen Winkel zur Zippererstraße angefügter Flügel eröffnet einen weiteren kleinen, als Parkplatz genutzten Vorplatz.

Der Name

Die Straße ist seit 1904 nach dem einstigen Flurnamen "Fuchsröhren" benannt.

Sanierung

von 1994 bis 1995

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1994 und 1995 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte bereits im Zuge von Sanierungsmaßnahmen 1988/89. Die Kosten beliefen sich auf 745.551 Euro, davon konnten 214.190 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Perthen - Rudolf Perthen (1884-1941) studierte von 1907 bis 1910 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Otto Wagner und war danach im Atelier von Leopold Bauer tätig. In Wien entwarf er als selbstständiger Architekt vor allem Villen. Durch die Errichtung mehrerer öffentlicher Bauten war er maßgeblich am Ausbau von Eisenstadt zur Landeshauptstadt beteiligt. Für die Gemeinde Wien errichtete er zwei Wohnhausanlagen.

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