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Laaer-Berg-Straße 202

Fakten

Laaer-Berg-Straße 202

Laaer-Berg-Straße 202, 1100 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 37

Architekt: Franz Schacherl

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Ab der Mitte der 1920er-Jahre wurde der bis dahin mit Schrebergärten besiedelte Hügelrücken des Laaer Berges mit großen Wohnhausanlagen verbaut. An der Laaer-Berg-Straße entstanden die Gemeindesiedlungen Süd-Ost (1921, Laaer-Berg-Str. 151-203) und "Am Laaer Berg" (1927, Economogasse 1-51) nach der Planung des Architekten Franz Schacherl. 1928 wurde zwischen den beiden Siedlungen eine zeilenartige Wohnhausanlage (Laaer-Berg-Straße 168-172) errichtet. An der Mündung der Holzknechtstraße in die Laaer-Berg-Straße platzierte Schacherl einen konkav geschwungenen dreiflügeligen Bauteil (in der Originalplanung Block IV), der die dazwischen liegenden Siedlungshäuser wie eine Klammer verbindet.

Die Architektur

Gleichsam als Randverbauung gegen die dahinter liegende, bereits fertig gebaute Wohnsiedlung "Am Laaer Berg" (Economogasse 1) entstanden 1929 an der Laaer-Berg-Straße und an der Ecke Holzknechtstraße (Nr. 202) zeilenartige Wohnanlagen mit Walmdach und Dachausbauten. Der platzartigen Öffnung am Franz-Jachym-Platz folgend passt sich das zweigeschoßige Gebäude mit Walmdach der Biegung an. Die Mitte des Baues ist durch ein rechteckiges Portal mit Gittertor und durch einen riegelartigen Dachausbau hervorgehoben. Zu beiden Seiten eines zentralen, hohen Rechteckportals erstrecken sich die beiden Wohntrakte. Durch die Verlegung der Zugänge zu den Wohnungen in den begrünten Innenhof und das hohe Torgitter wirkt der Wohnhof nach außen hin geschlossen. Hofseitig sind die Treppenhäuser der einzelnen Stiegen durch flache Risalite betont. Charakteristisch für den Wohnhausbau der 1930er-Jahre sind die farblich abgesetzten Fensterbänder und die Betonung der Horizontalen an der Fassade.

Der Name

Die Laaer-Berg-Straße ist benannt nach dem Laaer Berg. Bis 1956 führte sie bis zur einstigen Bezirksgrenze, der Bahntrasse Laaer Straße, der anschließende Teil hieß Wiener Straße.

Sanierung

von 2000 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 und 2001 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 328.200 Euro, davon konnten 36.430 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Schacherl - Franz Schacherl (1895 -1943) besuchte die Höhere Baufachschule in Wien und studierte danach an der TH-Wien. Nach seinem Abschluß 1918 arbeitete er für das Wiener Siedlungsamt in Arbeitsgemeinschaft mit Franz Schuster, Adolf Loos u. Margarethe Schütte-Lihotzky. Schacherl veröffentlichte den programmatischen Aufsatz "Proletarische Architektur" und war Schriftleiter des sozialist. Baujournals "Der Aufbau". Nach 1934 gelang ihm die Flucht nach Angola.

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