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Fernkorngasse 100

Fakten

Fernkorngasse 100

Fernkorngasse 100, 1100 Wien

Baujahr: 1963-1964

Wohnungen: 135

Architekt: Alfred Podgorschek, Max Philippitsch

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Auf dem rechteckigen Grundstück an der Raxstraße/Fernkorngasse gab es bis in die späten 1950er-Jahre kleine Handwerksbetriebe, deren Produktionsstätten auf mehrere, ehemals vom RAD (Reichsarbeitsdienst) genutzte Holzbaracken verteilt waren.

Die Architektur

Auf der Parzelle Fernkorngasse/Georg-Wilhelm-Pabst-Gasse/Raxstraße wurden auf leicht ansteigendem Terrain vier gleich gestaltete Wohnblöcke mit je vier Geschoßen und Satteldach errichtet. Breite, bepflanzte Grünflächen verbinden die in Riegelverbauung parallel zur Raxstraße angeordneten Wohnhäuser. Zwischen dem Wohnblock Raxstraße 22 und dem dahinter liegenden Block Fernkorngasse 98 befindet sich ein Pkw-Abstellplatz.
Symmetrisch angeordnete Fenster gliedern die Gebäude. Darüber hinaus setzen vertikale, farbige Bänder abwechselnd Akzente zwischen den kubisch vortretenden Balkonen und dem leicht vorgezogenen, dazwischen liegenden Bauteil. Die Balkone an den Südseiten sind zeittypisch mit gewelltem Kunststoff verblendet. An der Nordseite der glatten Fassaden kennzeichnet eine breite Verglasung die dahinter liegenden Stiegenhäuser. Die unterschiedliche Farbgebung an den Balkonen und der Fassade lockert das Erscheinungsbild der gesamten Anlage auf.

Der Name

Die Fernkorngasse wurde 1880 nach dem österreichischen Bildhauer Anton Dominik Ritter von Fernkorn (1813-1878) benannt. Von ihm stammen die Reiterstandbilder am Heldenplatz, das Beethovendenkmal sowie die "Löwen von Kaspern".

Architekten

Alfred Podgorschek - Alfred Podgorschek (geb. 1926 in Wels) studierte von 1952 bis 1955 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Lois Welzenbacher. Er arbeitete zunächst in den Büros von Roland Rainer und Friedrich Grünberger mit, bevor er 1958 die Ziviltechniker-Prüfung ablegte und sich als Architekt selbständig machte. Wie Friedrich Grünberger spezialisierte sich auch Alfred Podgorschek auf die Planung und Ausführung von Hallen- und Freibädern. So wurden etwa die Hallenbäder in Burghausen (D), Leoben und Ried i. I., die Aquarena in Kitzbühel und das Stadionbad in Wien 2 nach seinen Plänen ausgeführt. Als Mitglied einer größeren Arbeitsgemeinschaft war Alfred Podgorschek aber auch an den Entwürfen zum SMZ Ost Wien beteiligt.

Max Philippitsch - Max Philippitsch (1928-1967) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Nach dem Studium arbeitete er zunächst für fünf Jahre im Büro von Sepp Stein und Kurt Eckel, bevor er sich 1962 als Architekt selbständig machte. Während seiner kurzen Karriere nahm er an zahlreichen Wettbewerben teil, wobei er insgesamt elf Preise gewann; zuletzt für den Flugplatz Langenlabern (1967). Für die Gemeinde Wien entwarf er zusammen mit Alfred Podgorschek die Wohnhäuser Fernkorngasse 100 in Wien 10 (1963/64) und Raxstraße 22 in Wien 10 (1963-1965).

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