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Laaer-Berg-Straße 32

Fakten

Laaer-Berg-Straße 32

Laaer-Berg-Straße 32, 1100 Wien

Baujahr: 1960-1963

Wohnungen: 151

Architekt: Walter Jaksch, Hans Jaksch, Siegfried Theiß

Weitere Adressen

Klausenburger Straße 21-23, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Erst zu Beginn der 1960er-Jahre begann die großflächige Verbauung des Gebiets an der Laaer-Berg-Straße mit Wohnanlagen. Das Projekt Laaer-Berg-Straße - Klausenburger Straße - Eisenstadtplatz umfasste insgesamt zehn Gebäude mit dazwischen liegenden Grünflächen und wurde von einer großen Architektengemeinschaft geplant. Innerhalb dieses Vorhabens entwarf das Büro Jaksch & Theiss den Wohnturm IV (Laaerbergstraße 32) mit dahinter liegender Geschäftszone ("Ladenzentrum Nord-Süd") und öffentlichem Veranstaltungssaal.

Die Architektur

Die einheitlich geplante Anlage besteht aus vier Wohnblöcken. Drei davon liegen, parallel in Riegelverbauung angeordnet, etwas abgerückt an der Laaer-Berg-Straße. Diese sechsgeschoßigen Gebäude (Laaerbergstraße 34, 36, 38) sind im Wesentlichen gleich gestaltet, wogegen der Bau Laaer-Berg-Straße 32, durch einen davor liegenden Parkplatz deutlich abgesetzt, monumentale Wirkung erzielt. Der freistehende Wohnturm über rechteckigem Grundriss ist ein relativ schmales Gebäude mit 16 Geschoßen und einem nicht die gesamte Breite einnehmenden Aufbau mit Flachdach. Dieses Dachgeschoß beherbergte bis in die 1990er-Jahre die zentrale Heizungsanlage des Wohnhauses, wobei die Platzierung auf dem Dach eine technische Besonderheit darstellte. Über einer leicht eingezogenen Sockelzone mit Geschäftslokalen erhebt sich eine rasterartig gegliederte Fassade, die drei farblich abgesetzte, vertikale Achsen aus Halbloggien und regelmäßiger Fensterausteilung zeigt. Hinter dem Haus befinden sich eine Park- und eine Geschäftszone. Hier stehen zwei einfache kubische Zweckbauten mit mehreren Geschäftslokalen (ursprünglich Konsum-Supermarkt). Der an der Klausenburger Straße gelegene Bau ist des abfallenden Terrains wegen zweigeschoßig. Im ersten Geschoß bietet hier ein Saal Platz für Veranstaltungen.

... und die Kunst

In der Grünzone hinter dem Wohnbau befindet sich die Figurengruppe "Vier Kinder" von Hans Grützbauch. Sie entstand zwischen 1963 und 1966 und ist aus grauem Natursandstein.

Der Name

Die Laaer-Berg-Straße wurde nach dem Laaer Berg benannt. Bis 1956 führte sie bis zur einstigen Bezirksgrenze, der Bahntrasse Laaer Straße, der anschließende Teil hieß Wiener Straße.
Die Absberggasse wurde 1875 benannt. Der Name beruht auf der bereits 1690 urkundlich erwähnten Flurbezeichnung "In den Absbergen", einer damals häufige Bezeichnung von Weinbergen in Klosterbesitz ("des Abtes Berge").
Die Klausenburger Straße wurde 1914 nach der damals ungarischen Stadt Kolosvar benannt. 1920 kam dieses Gebiet zu Rumänien (heute Cluj in Siebenbürgen).

Sanierung

von 1999 bis 2000

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1999 und 2000 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 610.888 Euro, davon konnten 203.629 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Walter Jaksch - Walter Jaksch (1912-1998) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Bereits 1937 trat er in das von seinem Vater Hans Jaksch mitbegründete und in der Zwischenkriegszeit überaus erfolgreiche Architekturbüro Theiss & Jaksch als Bauleiter ein. 1939 wurde er jedoch zur Wehrmacht eingezogen und war später im NS-Rüstungsbau tätig. Nach Kriegsende war Walter Jaksch zunächst mehrere Jahre selbständig, trat jedoch 1954 wieder in das Büro seines Vaters ein. Zu seinen bedeutendsten Aufträgen zählen unter anderem der Umbau der Nationalbibliothek in Wien 1 (mit Margarete Scherer-Gressenbauer und Horst Gressenbauer, 1959-1966) und die Bauleitung bei der Errichtung des Hotels Intercontinental, Am Heumarkt in Wien 3 (mit Carl Appel und Holabird & Root, 1960-1962).

Hans Jaksch - Hans Jaksch (1879-1970) studierte von 1903 bis 1908 an der Technischen Hochschule Wien und besuchte 1907/08 die Meisterklasse von Friedrich Ohmann an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach dem Studium gründete Jaksch eine bis 1960 bestehende Arbeitsgemeinschaft mit Siegfried Theiß. Das Büro realisierte u. a. die 1976 eingestürzte Reichsbrücke, aber auch zahlreiche Fabriken, Krankenhäuser, Hotels und Wohnbauten.

Siegfried Theiß - Siegfried Theiß (1882-1963) studierte an der Technischen Hochschule Wien und an der Akademie der bildenden Künste, wo er die Meisterschule von Friedrich Ohmann besuchte. 1907 gründete er eine Bürogemeinschaft mit seinem Kollegen Johann Jaksch, die bis 1960 bestand. Das Büro Theiß & Jaksch errichtete zahlreiche Bauten in der gesamten Monarchie. Ihr prominentestes Bauwerk ist das "Hochhaus" in der Herrengasse 6-8 (Wien 1, 1930/31). Theiß selbst war maßgeblich an der Schaffung der Österreichischen Baunormung und der neuen Wiener Bauordnung beteiligt.

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