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Karplusgasse 1-39

Fakten

Karplusgasse 1-39

Karplusgasse 1-39, 1100 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 384

Weitere Adressen

Kundratstraße 17-31, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Bau wurde auf einer bis dahin unverbauten Fläche zwischen Kaiser-Franz-Josef-Spital und George-Washington-Hof gebaut. Das Architektenteam versuchte in seinem Baukonzept Wohnformen unterschiedlicher Lebensabschnitte zu berücksichtigen und plante neben Einzel- und Familienwohnungen auch gesonderte Wohnhäuser für Senioren ein. In zwei Bauabschnitten wurden insgesamt 14 Gebäude mit 28 Stiegen errichtet.

Die Architektur

Die große Wohnhausanlage wird von Kundratstraße, Karplusgasse und östlich vom Areal des Kaiser-Franz-Josef-Spitals sowie südlich vom George-Washington-Hof begrenzt. Auf der lang gestreckten Parzelle auf ansteigendem Terrain gruppierte das Architektenteam insgesamt 12 Häuser in offener Riegelverbauung mit insgesamt 28 Stiegen. Die Kopfbauten an den jeweiligen Enden des Grundstückes wurden über hakenförmiger Grundfläche errichtet. Die Ecke an der Kundratstraße ist zudem mit einem siebengeschoßigen kubischen Bauteil turmartig besetzt. Zwischen den Wohnhäusern erstrecken sich Grünanlagen mit Spielplätzen und Ruhezonen sowie ein Zufahrtsweg. Im Zentrum der Anlage wurden zwei niedrigere Bauten mit Seniorenwohnungen geplant (Stiegen 26-28). Die einzelnen Häuser sind vier-, fünf- und sechsgeschoßig mit Satte- bzw. Walmdächern. An der Kundratstraße befinden sich im Erdgeschoß Geschäftslokale. Südseitig und zur Hofseite hin sind kleine, für den Wohnbau der 1950er-Jahre charakteristische, kubisch vortretende Balkone an die Fassade gesetzt. Die Fassadengestaltung verläuft einheitlich: schmale weiße Putzfaschen umrahmen die regelmäßig aufgeteilten Fenster. Die Achsen der Treppenhäuser sind durch vertikale Profile und abgesetzte Farbgebung deutlich hervorgehoben. An den Balkonen wurde der zeittypische gewellte Kunststoff verwendet. Besonderes Interesse verdienen die ursprünglich für alte Menschen vorgesehenen zweigeschoßigen Wohnhäuser, die sich auch in der Fassadengliederung von den übrigen Bauten abheben. Die Senioren wurden in das Zentrum der Anlage gerückt, der Bau den Wohnbedürfnissen alter Menschen, was die Bauhöhe anbelangt, angepasst. Die großen, dreiteiligen französischen Fenster scheinen einem gesteigerten Bedürfnis nach Licht Rechnung zu tragen.

Der Name

Die Karplusgasse ist seit 1956 nach Dr. Paul Karplus (1866-1936), einem Arzt und Psychiater, benannt.

Sanierung

von 1986 bis 2011

Im Zuge von Sanierungsarbeiten in den Jahren 1986 bis 1989 erfolgten der Anschluss an die Fernwärme Wien und der Einbau von Aufzügen. 2004 wurde mit einer weiteren Sanierung begonnen. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die teilweise Instandsetzung der Fassade.

Wohnungstauschangebote

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