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Oberlaaer Straße 87

Fakten

Oberlaaer Straße 87

Oberlaaer Straße 87, 1100 Wien

Baujahr: 1956-1956

Wohnungen: 42

Architekt: Leopoldine Schwarzinger

Weitere Adressen

Bischofgasse 2, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Mit der Eingemeindung der bäuerlich strukturierten Gemeinde begann in der 2. Hälfte der 1950er-Jahre schrittweise die Erschließung neuer Wohnflächen in Oberlaa. An der Durchzugsstraße, der Oberlaaer Straße, befanden sich an dieser Stelle zwei bäuerliche Wohnhäuser, die 1956 abgebrochen wurden. In der Bischofgasse liegt der 1917 gebaute Trakt des "Landwirtschaftlichen Kasinos und Spritzenhauses der FF Oberlaa", der später auch als Kinosaal Verwendung gefunden hat. Im Trakt an der Oberlaaer Straße sind eine Polizeidienststelle, eine Mutterberatungsstelle und eine Dienststelle der Städt. Straßenverwaltung untergebracht.

Die Architektur

Auf dem sich bis zum Liesingbach erstreckenden Grundstück bilden drei in Randverbauung gruppierte Wohnhäuser einen mittels Durchgängen nach außen geöffneten Innenhof. Die Front an der Bischofgasse schließt der ehemalige Kinosaal. Die Bauhöhe der Anlage berücksichtigt die umliegende Bebauungsstruktur. Dem Straßendorf entsprechend sind die beiden Häuser an der Ecke Oberlaaer Straße/Bischofgasse durch eine Pergola verbunden, die eine geschlossene Zeilenverbauung vermitteln soll. Der Wohntrakt am Kai zum Liesingbach ist in Randverbauung angeordnet. Die einfachen Häuser haben zwei Geschoße und Walmdächer mit Mansardenausbauten, einige auch kleine kubische Balkone, die für den Wohnhausbau der 1950er-Jahre typisch sind. Im oberen Geschoß sind die Fenster der Eingangsachsen durch breite Fensterfaschen hervorgehoben. Gleichförmig gereihte Fenster und die Farbe des Feinputzes sind das vereinheitlichende Gestaltungselement der Anlage. Ein zeittypisches Merkmal ist der bepflanzte Innenhof mit einem Mosaikbrunnen, Kinderspielplätzen und Ruhezonen.

... und die Kunst

Im begrünten Innenhof der Wohnanlage befindet sich ein Brunnen des Künstlers Karl Prantl. Die beiden konzentrischen Becken aus Kunststein tragen an der Außenwand ein kleinteiliges Mosaik aus keramischen quadratischen Mosaiksteinen.

Der Name

Die Oberlaaer Straße ist nach der selbständigen Gemeinde Oberlaa benannt. Teile der Gemeinde wurden bereits 1892 dem 10. Bezirk eingegliedert, der Rest 1954.

Sanierung

von 2004 bis 2006

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 bis 2006 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut. Die Kosten beliefen sich auf 871.800 Euro, davon konnten 73.979 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Leopoldine Schwarzinger - Leopoldine Schwarzinger (geb. Pollak, 1913-2002) studierte vor dem Zweiten Weltkrieg Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach 1945 war sie (unter den Namen L. Schwarzinger und L. Kirschner) vor allem im Wiederaufbau tätig und entwarf vorwiegend in Gemeinschaft mit anderen Architekten mehrere Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Von ihr stammen unter anderem die Pläne für die Wohnhäuser Oberlaaer Straße 87 in Wien 10 (1956) und Geibelgasse 10 in Wien 15 (1978-1980); zusammen mit Felix Hasenöhrl entwarf sie die Anlage Römersthalgasse 9-17 in Wien 11 (1961/62).

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