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Hausergasse 3-7

Fakten

Hausergasse 3-7

Hausergasse 3-7, 1100 Wien

Baujahr: 1956-1957

Wohnungen: 110

Architekt: Rudolf Wawrik, Karl Vodak sen.

Weitere Adressen

Laimäckergasse 24a, 1100 Wien

Buchengasse 22, 1100 Wien

Laimäckergasse 24b, 1100 Wien

Laimäckergasse 26, 1100 Wien

Buchengasse 16-18, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Gemeindegrundstück, auf dem später die Wohnhausanlage errichtet wurde, war lange Zeit ungenützt und wurde von der Bevölkerung als Ablagerungsstätte angesehen. 1921 ging es in den Besitz von Julius Frankl über, der auf der Liegenschaft Hausergasse 3 ein "Schupfengebäude" und eine zwei Meter hohe Einfriedungsmauer errichten ließ. 1923 wurden an der Ecke Laimäckergasse/Buchengasse ein Holzlagerplatz für ein Dampfsägewerk sowie eine Holzindustrie der Brüder Schafranek genehmigt, 1927 der Handel mit Brennmaterialen als zulässig erklärt. Nach Ende des Krieges und den Aufräumungsarbeiten - in der Hausergasse waren einzelne Häuser von Bomben teilweise komplett zerstört worden - wurde mit dem Bau der städtischen Wohnhausanlage begonnen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage wurde entlang von drei Straßenzügen auf einem rasterförmigen Grundstück errichtet. In der Buchengasse wird die Anlage durch ein Gründerzeithaus auf Nr. 20 unterbrochen. Die einzelnen Stiegen - sieben mit insgesamt 110 Wohnungen - sind jedoch durch einen großzügigen, begrünten Innenhof miteinander verbunden und werden alle von diesem aus erschlossen. Die Durchfahrten zum Hof befinden sich genau gegenüber in der Hausergasse und der Laimäckergasse.

In Aufbau und Gliederung entsprechen die Gebäudetrakte zwar den Bauten der 1950-Jahre, einige Details sorgen jedoch für eine charmante Auflockerung der Tristesse: Die Fassaden wurden ursprünglich zweifarbig (heute dreifarbig) mit Terranova-Spritzputz in Rot und Gelb ausgeführt, sämtliche Umrahmungen an Durchfahrten und Hauseingängen waren ehemals in Kunststein gerahmt und mit schmiedeeisernen Gittern versehen. In der Durchfahrt zum Hof befindet sich eine verputzte Kassettendecke, schmiedeeiserne Lampen sorgen für die künstliche Belichtung der Hauseingänge. Besonders betont wird die Hausecke Hausergasse/Buchengasse mit einem ums Eck geführten Erker und Putzrillen zur horizontalen Gliederung. Daran anschließend verbinden in der Buchengasse einfache Wellblechelemente zwei Balkonreihen miteinander. Auch die Fensteröffnungen sind gleichmäßig angeordnet und werden lediglich durch einzelne französische Fensterreihen in ihrer Gleichförmigkeit unterbrochen. Unter dem Erker befand sich früher ein Glasmosaik, das durch ein Steinrelief ersetzt wurde. Ebenso entfernt wurde der Freskenschmuck, der die Hausecke bei Stiege 3 zierte.

... und die Kunst

Ecke Hauergasse/Buchengasse schuf die niederländische Bildhauerin Maria J. van Everdingen (geb. 1913) an der Stelle, die ehemals ein Glasmosaik zierte, ein Steinrelief. Es versinnbildlicht den "Wind in Wien" (so auch der gleichnamige Name des Kunstwerks) anhand verschiedener, vom Wind gebeugter Figuren.

Der Name

Die seit 1875 nach Georg Hauser benannte Gasse verdankt ihren Namen vermutlich dem Baumeister zu St. Stephan, der im 15./16. Jahrhundert am Nordturm des Stephansdoms gearbeitet haben soll.

Sanierung

von 1987 bis 1990

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 bis 1990 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 245.925 Euro, davon konnten 212.125 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Wawrik - Rudolf Wawrik (1911-1991) studierte ab 1934 bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Mehrere Wohnbauten der Gemeinde Wien wurden nach seinen Entwürfen errichtet, darunter die Wohnhausanlagen Maroltingergasse 19-25 in Wien 16 (mit Paul Schopper, 1959/60) und Zippererstraße 14 in Wien 11 (mit Hans Steineder, 1949-1954).

Karl Vodak sen. - Karl Vodak sen. (1914-2000) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule unter anderem bei Josef Hoffmann. Für die Gemeinde Wien entwarf er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere Bauwerke, wie unter anderem die Wohnhäuser Damböckgasse 3-5 in Wien 6 (mit Paul Ehrenzweig, 1957/58), Untere Augartenstraße 1-3 in Wien 2 (mit Alfred Chalusch, 1953/54) und Hausergasse 3-7 in Wien 10 (mit Rudolf Wawrik, 1956-1957). Die Wohnhausanlage Degengasse 7 in Wien 16 (1949/50) plante Vodak alleine.

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