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Troststraße 21-37

Fakten

Troststraße 21-37

Troststraße 21-37, 1100 Wien

Baujahr: 1939-1942

Wohnungen: 128

Architekt: Walter Pind

Weitere Adressen

Ettenreichgasse 46, 1100 Wien

Columbusgasse 111-117, 1100 Wien

Wohnen in Wien

1938 wurde der Nationalsozialist Hermann Neubacher aus dem Bauressort Wiener Bürgermeister. Die nationalsozialistischen Stadtplaner wälzten pompöse Ideen und Pläne - in erster Linie Propagandamaßnahmen. Die systematische Zerstörung jüdischen Eigentums und Enteignungen - auch von Gemeindewohnungen - waren Teil dieser Stadtplanung. Während einige Architekten ihre Lizenz verloren, wurden andere mit der Errichtung von Volkswohnhäusern, Kasernen und Rüstungsbauten beauftragt. Entgegen den anfänglichen Plänen wurde mehr in Kriegsbauten als in den Wohnbau investiert - die heute noch existierenden Flaktürme wurden errichtet. Ab 1941 wurde die Bautätigkeit kriegsbedingt größtenteils eingestellt und die Strukturen der Stadtplanung wurden aufgelöst. Die Zerstörung großer Teile Wiens war Folge des Krieges.

Geschichte

An der gerade verlaufenden Troststraße, einer wichtigen West-Ost-Achse im Bezirk Favoriten, befanden sich vor dem Zweiten Weltkrieg im Teil nördlich der Laxenburger Straße viele Gärten und Kleingartenanlagen. Das Areal, das 1938 mit einer Wohnanlage aus Kleinwohnungen verbaut wurde, war davor im Besitz der Österreichischen Waffenfabriksgesellschaft Steyr-Daimler-Puch gewesen. Bereits während der Bauzeit wurden im Keller Luftschutzräume eingerichtet, die erst 1958 in Einzelabteile umgewandelt wurden. Die Stiegen 6 und 7 wurden durch einen Bombentreffer zerstört und sind 1951 wieder aufgebaut worden.

Die Architektur

Die Wohnanlage entstand auf einem rechteckigen Grundstück an der Troststraße, begrenzt von Ettenreichgasse und Columbusgasse. Sie besteht aus einem dreiflügeligen Gebäudekomplex mit insgesamt 14 Stiegen in geschlossener Blockrandverbauung an der Troststraße und einem quer gesetzten frei stehenden Riegelbau im parkartig begrünten Hofbereich. Die Wohnhäuser zeigen eine einheitliche Bauhöhe von vier Geschoßen mit Walmdächern. Wie im zeitgleichen Wohnbau häufig zu beobachten, sind die Stiegenhaustrakte durch bauliche Details wie kastenartig vortretende Bauteile oder stufenartig versetzte Fenster am Außenbau kenntlich gemacht. Die einfache Fassadengliederung ergibt sich aus gleichförmiger Fensteraufteilung und schmalen, farblich abgesetzten Profilfaschen um die Fenster. Die Zugänge zu den einzelnen Stiegenhäusern können sowohl von der Straße als auch von der Hofseite betreten werden.

Der Name

Die Troststraße trägt ihren Namen seit 1894 (vorher hieß sie Marxergasse und Schaumburgerstraße) und wurde nach dem Fleischhauer und Hausbesitzer Martin Trost (1831-1893) benannt. Der gebürtige Bayer gehörte der Liberalen Partei an und war einer der ersten Wiener Gemeinderäte aus Favoriten, 1873-1893, und Vorsitzender des Favoritner Ortsschulrates.

Sanierung

von 2014 bis 2018

Die Sanierung der Wohnhausanlage umfasst neben der Neudeckung des Daches auch die Erneuerung der Fenster und Türen und die Fassade soll mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen werden. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wird ein Aufzug installiert, die Haustechnik ergänzt und instandgesetzt sowie ein barrierefreier Zugang geschaffen.

Architekten

Walter Pind - Walter Pind (1903-1944) studierte nach dem Besuch der Staatsgewerbeschule an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Peter Behrens. Für seine Entwürfe erhielt er bereits als Student mehrere Preise. Als beamteter Architekt war er in der Abteilung Hochbau bei der Gemeinde Wien und später im Stadtbauamt tätig. Neben Wohnbauten plante er auch Industriebauten sowie öffentliche Gebäude. Pind fiel 1944 in der Nähe von Budapest.

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