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Dieselgasse 22

Fakten

Dieselgasse 22

Dieselgasse 22, 1100 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 19

Architekt: Ernst Kurt Richter

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Nach dem Ersten Weltkrieg gab es im 10. Bezirk noch Grundstücksreserven an der Triester Straße, am Ostabschnitt der Quellenstraße, an der Troststraße, am Wienerberg und an den Abhängen des Laaer Berges. Etwa 13 Prozent der Gebäude, die von der Gemeinde Wien zwischen 1923 und 1934 errichtet wurden, liegen in Favoriten. 1931 wurde die Baulücke im Straßenverband der zeilenartig verbauten Dieselgasse mit einem "Volkswohnhaus" geschlossen.

Die Architektur

Das Gebäude verfügt über sechs Geschoße auf rechteckigem Grundriss mit einem flachen Satteldach in sachlicher Formensprache. Der Bau wird an der Hauptfassade zur Dieselgasse durch eine hochgezogene Sockelzone mit mittigem Portal charakterisiert. Ab dem zweiten Obergeschoß präsentiert sich der flach vor die Bauflucht gesetzte Hauptteil mit zentrierter Gliederung. Eine vertikale Reihe von Balkonen betont die Gebäudemitte. Die äußeren Fensterachsen passen sich den Baulinien der Nachbarhäuser an. Die schmale Zone der Kellerfenster ist durch glasierte Ziegel (Klinker) sockelartig gestaltet. Dieser zeittypische Fassadendekor umrahmt als breites Ziegelband das unter der Balkonachse eher gedrückt wirkende Portal. Neben der weit zurückversetzten Eingangstür gibt es ein so genanntes "Spähfenster". Das Haus ist der einzig bekannte Bau des Architekten Ernst Kurt Richter.

Der Name

Die Dieselgasse erhielt ihren Namen im Jahr 1930 von Rudolf Diesel (1858-1913), dem Erfinder des nach ihm benannten Motorensystems.

Sanierung

von 1988 bis 1988

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1988 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 17.078 Euro, davon konnten 13.662 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Ernst Kurt Richter - Wiener Stadtbauamt - MA22

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