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Triester Straße 51-53

Fakten

Triester Straße 51-53

Triester Straße 51-53, 1100 Wien

Baujahr: 1929-1929

Wohnungen: 37

Architekt: Johann Franz Würzl

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

An der wichtigen Ausfallstraße nach Süden, in Verlängerung der Kärntner Straße, befand sich auf der Höhe des Wienerberges bis 1868 auch die Richtstätte der Stadt Wien. Erst Ende des 19. Jhs. wurden die bis dahin landwirtschaftlich oder als Ziegelgruben genutzten Gründe verplant. Zu den ersten Bauten an der Westseite der heutigen Triester Straße zählten Gebäude des Kaiser-Franz-Josef-Spitals, das zwischen 1884 und 1906 als moderne Krankenanstalt errichtet wurde. An der Ostseite dieser Straße war 1923-24 bereits der mächtige Viktor-Adler-Hof vom Stadtbauamt gebaut worden. Fünf Jahre später entstand das wesentlich kleinere Wohnhaus Nr. 51-53 mit zu jener Zeit aktuellen Formen des Kubismus.

Die Architektur

Der Bau auf einem relativ schmalen Grundstück in ansteigender Lage an der Triester Straße ist in Lückenverbauung dreiflügelig um einen kleinen begrünten Innenhof gruppiert. Das Gebäude umfasst drei Stiegenhäuser unter einem Walmdach mit Mansardenausbauten. Während die Hofseiten einfache Fassaden mit regelmäßiger Fensteraufteilung zeigen, setzte Hans Würzl an der Fassade zur Triester Straße wuchtige kubische Erkergruppen vor die Bauflucht, die einerseits von Balkonen flankiert und andererseits gleichzeitig durch diese untereinander verbunden wurden. Zentrum der streng symmetrisch angeordneten Bauteile ist ein breiter, plastisch vortretender Mittelerker über der Eingangsachse, der auf abgestuften Konsolen oberhalb des Eingangstores aufliegt. Baudekor am Mittelteil und im Erdgeschoß sind glasierte Ziegel, die als Sichtziegelmauerwerk verlegt wurden. Die externe Fassaden-Strukturierung wird mittels unterschiedlicher Farbflächen in ihrer Licht-Schattenwirkung verstärkt.

Der Name

Die Triester Straße, bereits in der Römerzeit nachweisbar, wurde unter Karl VI. (1711-1740) als Reichsstraße neu angelegt und hieß ursprünglich Neustädter Poststraße. Seit 1883 trägt sie den Namen des ehemaligen k.u.k. Marinehafens Triest.

Sanierung

von 2010 bis 2013

In der Wohnhausanlage wurde eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Instandsetzung von Dach, Fenstern und Türen sollen die Arbeiten auch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade umfassen. Dadurch sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 bis 1990.

Architekten

Johann Franz Würzl - Johann Franz Würzl (1885-1951) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er die Meisterklasse von Otto Wagner besuchte. Bereits ab 1907 war er an der Erbauung des Miethausblocks Blechturmgasse 16-20 in Wien 4 beteiligt. Für die Gemeinde Wien errichtete Würzl in den 1920er-Jahren vier Wohnhausanlagen. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg entstand der Gemeindebau Goldschlagstraße 142 in Wien 14 nach seinen Plänen.

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