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Friedrich-Knauer-Gasse 6-8

Fakten

Friedrich-Knauer-Gasse 6-8

Friedrich-Knauer-Gasse 6-8, 1100 Wien

Baujahr: 1929-1929

Wohnungen: 91

Architekt: Anton Valentin

Weitere Adressen

Angeligasse 9, 1100 Wien

Klausenburger Straße 22, 1100 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Mit der Ansiedlung unzähliger Industriegebiete und der Verschiebung der Stadtgrenze nach Süden setzte eine riesige Bauwelle ein, der vorläufig durch den Ersten Weltkrieg ein Ende gesetzt wurde. Die ständige Zuwanderung hatte in dem dicht verbauten Bezirk zu katastrophalen Wohnverhältnissen geführt, sodass Nachholbedarf an allen Ecken bestand. Mit der Errichtung kommunaler Wohnbauten und Siedlungen wurden zwischen 1923 und 1933 insgesamt 43 Volkswohnhäuser unterschiedlichster Größe geschaffen - darunter dieses 1929 nach Plänen von Anton Valentin fertiggestellte Volkswohnhaus, das heute unter Denkmalschutz steht - und 9.553 Wohnungen an die Bevölkerung übergeben. 13 Prozent der Wohnbauleistung der Gemeinde Wien wurde von 1923 bis 1934 allein in Favoriten erbracht, danach kam diese praktisch zum Erliegen.

Die Architektur

1929 entstand nach Plänen von Anton Valentin eine sechs Geschoße hohe und 92 Wohnungen umfassende Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, die von drei Straßenzügen Angeligasse, Friedrich-Knauer-Gasse und Klausenburger Straße) begrenzt wird und einen schmalen Hof umfasst. Valentin hat es sinnvoll verstanden, die gründerzeitliche Blockrandbebauung wirkungsvoll zu schließen. Die ehemals klinkerverzierten Fenster werden heute durch mehrfärbige Putzfelder akzentuiert, während die gesimsartigen Umrahmungen gleichzeitig die einzelnen Gebäudetrakte miteinander verbinden und für eine starke horizontale Gliederung sorgen. Die Hauptfront mit Blick auf die gegenüberliegenden Freiflächen des Franz-Bauer-Hofes besticht nicht minder durch das monumentale, färbig untermalte Eingangstor zur Hofanlage sowie durch die - um das leicht abschüssige Niveau der Friedrich-Knauer-Gasse auszugleichen - halbstockversetzte Erkergruppe, das Thema der Ecklösung weiterführend. Zwei vertikale Balkonreihen und ein Seitenerker komplettieren die Hauptfassade und lassen insgesamt ein sehr einheitlich und rhythmisch bestimmtes, jedoch nicht minder originelles Erscheinungsbild entstehen.

Der Name

Die vormalige Patrubangasse, die 1930 nach dem österreichischen Zoologen und ehemaligen Direktor des Wiener Vivariums im Prater, Dr. Friedrich Knauer (1850 - 1926) benannt wurde, verbindet die Kennergasse mit der Klausenburgerstraße. Aufgrund der Initiative Knauers erfolgte die Gründung des Wiener Tiergartens, dessen Leitung er 1893 übernahm. Knauer war Vorsitzender der Österreichischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft und Herausgeber der Zeitschrift "Der Naturhistoriker".

Sanierung

von 2004 bis 2008

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 bis 2008 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte bereits im Zuge von Sanierungsmaßnahmen 1988/89.

Architekten

Anton Valentin - Anton Valentin (1895-1976) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war ab 1926 als freischaffender Architekt in Wien tätig. Für die Gemeinde Wien errichtete er sowohl in der Zwischen- als auch in der Nachkriegszeit eine ganze Reihe an Gemeindebauten.

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