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Mundygasse 12

Fakten

Mundygasse 12

Mundygasse 12, 1100 Wien

Baujahr: 1956-1956

Wohnungen: 39

Architekt: Alfons Binder

Weitere Adressen

Gellertgasse 15, 1100 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Favoriten noch weitgehend unverbaut. Die städtebauliche Entwicklung begann hier erst mit der Errichtung des Arsenals (1849 - 1856), des Südbahnhofes (1867 - 1870) und der Bautätigkeit an der Ringstraße, wodurch die in Favoriten ansässigen Ziegelfabriken großen Aufschwung erhielten. Die günstige Verkehrsanbindung durch den neuen Südbahnhof hatte zudem die Ansiedlung zahlreicher Betriebe zur Folge. Um Wohnraum für die zugezogenen Arbeiter zu schaffen, wurde das Gebiet bis zur Quellenstraße nach einem Rasterplan mit meist viergeschoßigen Zinshausblöcken verbaut. Nach dem Börsenkrach 1873 stagnierte allerdings die Bautätigkeit. Ab 1890 kam es durch die Ansiedlung von mittelgroßen Fabriken entlang der Quellenstraße, wie etwa der nahe liegenden Ankerbrot-Fabrik (1892), zu einem neuerlichen Wachstum.

Das Wohnhaus wurde an der Stelle eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Hauses erbaut und dem Gemeindewohnhof Mundygasse 1 eingegliedert.

Die Architektur

Die sechs Hauptgeschoße umfassende Wohnhausanlage liegt an der Ecke Mundygasse/Gellertgasse. Die Putzfassade ist von der niedrigen Sockelzone bis zum abschließenden Dachgesims glatt hochgezogen. Nur ein schlichter Erker, der die äußerste linke Fensterachse in der Mundygasse einnimmt, ragt aus ihr unauffällig in den Straßenraum vor. Die Fenster sind gleichmäßig verteilt und mit vertieften Rahmungen versehen in die beiden Fassaden eingesetzt. Der Durchgang zum begrünten Innenhof, von wo aus die beiden Stiegenhäuser erschlossen werden, ist etwas markanter gerahmt und setzt so einen dezenten, dekorativen Akzent. Das einfache, über dem Erker verkröpfte Dachgesims unterstreicht den kompakten, schlichten Fassadenaufbau. Darüber ragen sowohl an der Mundygasse als auch an der Gellertgasse verschieden breite Gaupen hoch, die durch ihre symmetrische Anordnung an den beiden Straßenfronten für gliedernde Akzente sorgen.

Der Name

Seit 1932 ist der Straßenzug nach Dr. Jaromir Freiherr von Mundy (1822 - 1894) benannt. Zunächst Offizier in der k. u. k. Armee, wurde er später Arzt. 1881 gründete er nach dem Brand des Wiener Ringtheaters zusammen mit Hans Graf Wilczek und Eduard Graf von Lamezan-Salins die Wiener freiwillige Rettungsgesellschaft.

Sanierung

von 1994 bis 1996

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1994 bis 1996 saniert. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen.

Architekten

Alfons Binder - Über die Ausbildung des Architekten Alfons Binder (1896-1973) gibt es keine Daten. Für die Gemeinde Wien plante er vor allem im Zuge des Wiederaufbaus mehrere Wohnhausanlagen, wie etwa die Wohnhäuser Bäuerlegasse 31 in Wien 20 (1963-1965) und Mundygasse 12 in Wien 10 (1956).

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