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Favoritenstraße 96

Fakten

Favoritenstraße 96

Favoritenstraße 96, 1100 Wien

Baujahr: 1890

Wohnungen: 16

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Das ehemalige Wohn- und spätere Schulhaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts für Heinrich Knöll an der damaligen Himberger Straße Nr. 30 erbaut. Im Jahre 1924 erwarb die Gemeinde Wien das Gebäude mit eingebautem Gassentrakt und ebenerdigem Turnsaal im Hof um 500 Mio. Kronen von Rudolf Knöll und Miteigentümern. In der städtischen Hilfsschule, die nebst 13 Klassenzimmern auch die Wohnungen des Schulwarts und des Direktors beherbergte, befanden sich außerdem vier Geschäftslokale, darunter der Verein "Volkslesehalle", die bislang Untermieter der Gemeinde Wien waren. 1936 wurden die Räumlichkeiten der ehemaligen Schule in allen Hauptgeschoßen in 19 Wohnungen rückgewandelt, 1954 die Kriegsschäden des teilweise bombenbeschädigten nunmehrigen Wohnhauses nach Plänen Fritz Krens behoben und der demolierte Turnsaal zur Gänze abgetragen. Noch heute erinnert das Wappen Wiens über dem Eingang an die ehemalige städtische Schule.

Die Architektur

Das viergeschoßige Wohnhaus wurde entlang der Favoritenstraße mit einem zehn Achsen breiten Haupttrakt und zwei Seitenflügeln, die einen schmalen Hof begrenzen, errichtet. Die Erdgeschoßzone beherbergt die Geschäftslokale und die mittig situierte Passage zum Wohnhauseingang mit Schaufenstern, über dem straßenseitigen Zugang befindet sich das Wappen der Stadt Wien. Das Gebäude wird horizontal durch Gesimsbänder zwischen Erdgeschoß und erstem bzw. zweitem Obergeschoß sowie durch ein abschließendem Dachgesims gegliedert. Die Fenster in des ersten bzw zweiten Stockwerkes weisen gerade Verdachungen auf, im letzten Obergeschoß werden die Fenster nur durch einfache Rahmen und Sohlbänke akzentuiert. Die durch die gleichmäßige Achsenreihung sehr ruhige und wenig detaillierte Fassadengestaltung wird durch den blauen Putzanstrich etwas aufgelockert, ein Farbthema, das sich auch im Inneren des Hauses in den Korridoren wiederfinden lässt.

Der Name

Die Favoritenstraße, eine über zwei Bezirke angelegte Verbindung (4. und 10. Bezirk), bestand bereits seit 1734 als Kaiserallee bzw. Kaiserweg. Später hießen Teile davon Favoriten-Linienstraße und Kirchenplatz, im 10. Bezirk Wampersdorfer und Himberger Straße. Benannt wurde die Straße zwischen dem Schloss und den kaiserlichen Gründen auf dem Laaer Berg nach dem kaiserlichen Lustschloss "Favorita" (heute Theresianum).

Sanierung

von 1994 bis 1995

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1994 und 1995 saniert. Neben der Instandsetzung der Fassade konnten durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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