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Säulengasse 18

Fakten

Säulengasse 18

Säulengasse 18, 1090 Wien

Baujahr: 1928-1928

Wohnungen: 1

Architekt: Bernhard Pichler

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Der ursprünglich als "Ledigenheim" geplante Bauteil des Gemeindewohnbaus in der Säulengasse 18 wird in Dokumenten des Jahres 1936 bereits dem Studentenunterstützungsverein "Akademikerhilfe" zugesprochen. Heute wird das Haus als "Georg Weissel Studentenheim" von der Wirtschaftshilfe der Arbeiterstudenten Österreichs (WIHAST) geführt.

Die Architektur

Der 144 Wohnungen zählende Gemeindebau aus den 1920er-Jahren gehört zu den expressionistischen "Trutzburgen" des Roten Wien. Das Erdgeschoß wirkt stark überhöht, da es per Gesims und farbliche Hervorhebung bis zur Unterkante der Fensterreihe im ersten Obergeschoß hochgezogen ist. Diese Gestaltungsweise unterstreicht den Festungscharakter der Wohnhausanlage und wird durch die besonders zurückhaltende, bandartige Ausformung des ersten Obergeschoßes noch verstärkt. Erst darüber, in acht Metern Höhe, beginnt die reguläre Abfolge der Wohngeschoße. Die seitlichen Straßenfronten fallen durch zur Schubertgasse hin leicht und zur Säulengasse spitz gefaltete Erker - also weitere Gestaltungselemente einer expressionistischen Architektursprache - auf.

Der Name

Dem Psychiater Julius Wagner-Jauregg (1857-1940) wurde "für die Entdeckung der therapeutischen Bedeutung der Malariaimpfung bei progressiver Paralyse" 1927 der Nobelpreis für Medizin verliehen. Er war Universitätsprofessor für Psychiatrie und Vorstand der "Klinik für Psychiatrie und Neuropathologie Am Steinhof".

Der in Österreich übliche Einsatz von jodiertem Kochsalz geht auf seine Forschungsarbeit zurück, da Wagner-Jauregg die prophylaktische Wirkung von Jod in Bezug auf Schilddrüsenstörungen, Kropfbildung und Kretinismus feststellte. Außerdem zierte sein Abbild über mehrere Jahrzehnte hindurch den 500-Schilling-Banknotenschein.

Sanierung

von 1999 bis 2000

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1999 und 2000 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Bernhard Pichler - Bernhard Pichler (1872-1951) studierte von 1891-1894 Architektur bei Karl Hasenauer an der Akademie der bildenden Künste Wien. In Wien entstanden nach seinen Plänen die Rettungsstation Mariahilf (Mariahilfer Gürtel 20, 1905) und zwei Gemeindewohnbauten: der Wagner-Jauregg-Hof in Wien 9 (1927/28) und die Hofanlage in der Fockygasse 53 in Wien 12 (1930/32).

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