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Pulverturmgasse 4

Fakten

Pulverturmgasse 4

Pulverturmgasse 4, 1090 Wien

Baujahr: 1963-1965

Wohnungen: 51

Architekt: Karl Janeschitz

Weitere Adressen

Sobieskigasse 28-30, 1090 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Der Lageplan aus dem Jahr 1963 zeigt, dass bei der Neubebauung der hier besprochenen Liegenschaft erstmals die Bebauungslinie um einige Meter zurückversetzt wurde, um damit den Querschnitt der angrenzenden Straßen (Pulverturmgasse und Sobieskigasse) zu erweitern. Darin lässt sich eine städtebauliche Maßnahme erkennen, die - durchaus typisch für jene Zeit - den Vorgaben der Charta von Athen entsprechen sollte: mehr Luft und Licht für die Menschen und mehr Raum für die Fahrzeuge.

Die Architektur

Die sechsgeschoßige Wohnhausanlage in der Pulverturmgasse 4 umfasst 51 Wohnungen, ein Geschäfts- und ein Vereinslokal. Die in ihrer Kubatur sehr klare, L-förmige Eckbebauung wird über zwei Stiegen erschlossen. Der einfache und klare Grundriss der fünf Regelgeschoße birgt ein besonders reiches Angebot an unterschiedlichen Wohnungsgrößen: eine Einraumwohnung mit 29 m², verschiedene mittelgroße Zwei- bis Dreizimmerwohnungen und eine 83 m² große Vierzimmerwohnung. Hof- und Straßenfassade wurden gleichwertig behandelt und stellen ein gerastertes, geometrisches Formenspiel mit vier verschiedenen Fenstertypen dar.

... und die Kunst

Das ornamentale Sgraffito, welches ein zwei Meter breites und 45 Meter hohes Feld an der Gebäudeecke ziert, stammt vom Künstler Ludwig Schrott. Es wurde - der Sgraffito-Technik entsprechend - bei der Fertigstellung des Baus 1965 direkt in den frischen, noch weichen Spezialputz geritzt und gekratzt. Das Kunstwerk trägt den schlichten Titel: "Ornament".

Der Name

Die Straße trägt ihren Namen zur Erinnerung an ein schweres Explosionsunglück im Jahr 1779. Damals befand sich an dieser Stelle ein Magazin für Kriegsmaterial, dessen Inhalt sich entzündete; 67 Tote und beträchtlicher Sachschaden waren die Folgen.

Architekten

Karl Janeschitz - Karl Janeschitz (geb. 1904 in Marienbad/Tschechien; verst. 1967 in Wien) entwarf für die Gemeinde Wien unter anderem die Wohnhäuser Aspangstraße 11-13 in Wien 3 (1960/61), Untere Augartenstraße 39 in Wien 2 (1957/58) und Pulverturmgasse 4 in Wien 9 (1963-1965).

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