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Canisiusgasse 2

Fakten

Canisiusgasse 2

Canisiusgasse 2, 1090 Wien

Baujahr: 1852

Wohnungen: 12

Architekt: unbekannt unbekannt

Weitere Adressen

Nußdorfer Straße 49, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Zudem wurden, vor allem in den Vorstädten und Vororten, zahlreiche Schulen und langsam auch soziale Einrichtungen erbaut.

Geschichte

Das Gebäude wurde in den 1850er-Jahren als Knabenvolksschule errichtet und beherbergte zu dieser Zeit auch ein Eckwirtshaus. 1925 wurde das Haus für Wohnzwecke adaptiert und in ein Lehrlingsheim des Wiener Fortbildungsschulrates umgebaut. Bereits 1933 wurde das Bauwerk neuerlich umgewidmet, nunmehr in ein Wohnhaus mit 15 Wohnungen zu je zwei Zimmern und einer Küche. Ab 1957 war in dem Ecklokal ein Selbstbedienungsladen der Kette "Konsum" untergebracht, während sich heute wieder ein Restaurant hier befindet.

Die Architektur

Das Grundstück bestand ursprünglich aus zwei nahezu quadratischen Parzellen, weshalb die Fassade zur Nußdorfer Straße nur fünf Achsen aufweist, während sich an der Front zur Canisiusgasse mehr als doppelt so viele, nämlich elf Achsen, befinden. Die Ecke des Hauses ist kaum abgeflacht. Das Gebäude verfügt über vier Geschoße, wobei das Parterre durch ein rundherum laufendes Gesims deutlich von den darüber liegenden Stockwerken abgesetzt ist. Der Eingang des Gebäudes liegt auch heute noch in der Canisiusgasse. Das rundbogige Portal ist mehrfach abgestuft und erinnert in seiner Gestaltung an mittelalterliche Trichterportale. Über dem Tor springt das Gesims vor und wird von zwei Pfeilern getragen, deren Basen und Kapitelle nur einfache Quader sind. Dies sind die einzigen Spuren der vermutlich im 19. Jahrhundert wesentlich aufwändigeren Fassadendekoration. Die Fenster setzen sich von der Fassade durch eine hellere Einfassung ab. Knapp unterhalb des Daches fällt ein rötliches umlaufendes Band auf, welches je Fensterachse eine kreuzförmige Luke zeigt. Diese dienen der Belüftung des Dachbodens und wurden wahrscheinlich 1925 eingebaut, als man dort eine Waschküche einrichtete.

Der Name

Die Canisiusgasse wurde 1900 nach dem Jesuitenpater Petrus Canisius (1521-1597) benannt. Er war ein Prediger der Gegenreformation und schrieb 1555 einen "Kleinen Katechismsu", der in zwölf Sprachen übersetzt wurde. 1925 erfolgte seine Heiligsprechung.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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