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Wiesengasse 19-21

Fakten

Wiesengasse 19-21

Wiesengasse 19-21, 1090 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 21

Architekt: Michael Otter

Weitere Adressen

Lichtentaler Gasse 15, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Anhebung eines großräumigen Areals im Alsergrund beschlossen. Diese Maßnahme sollte einer stetig drohenden Überschwemmung des Gebiets durch den Alserbach entgegenwirken. So wurden ab diesem Zeitpunkt sämtliche Neubauten in "provisorischer Höhenlage" errichtet. Dabei musste das Erdgeschoß als zukünftiges Kellergeschoß mit hoch liegenden Kellerfenstern konzipiert werden, was den Einbau von Geschäftslokalen obsolet machte. Erst um 1970, nach Intervention durch das Ordinariat, welches eine Tieflegung seiner Pfarrkirche nicht dulden wollte, wurde die entsprechende Verordnung wieder aufgehoben und der Alserbachkanal stattdessen mit besonders starken Vorflutern versehen. Die Gegend um die Wiesengasse und das Lichtental im Allgemeinen wurden als direktes Umland zum militärisch wichtigen Franz-Josefs-Bahnhof bei den zahlreichen Luftangriffen zu Beginn des Jahres 1945 besonders stark zerstört. Auf der Liegenschaft in der Wiesengasse 19 wurde im Jahr 1953 der Altbestand, ein zweigeschoßiger Bau auf U-förmigem Grundriss, abgebrochen.

Die Architektur

Das Wohnhaus der Gemeinde Wien in der Wiesengasse 19-21 ist mit seinen fünf Hauptgeschoßen und dem teilweise verbauten Dachgeschoß ebenso in "provisorischer Höhenlage" erstellt worden und verfügt demnach über ein entsprechendes, kellerartig ausgeformtes Erdgeschoß. Auch die besondere Form der Erschließung weist auf die geplante Bodennivellierung hin: eine ziemlich steile Stiege führt formlos, ohne großzügig gestalteten Eingangsbereich und Podest auf das Niveau des ersten Stockes. Erst ab da verläuft die Stiege gleichmäßig doppelläufig über alle Regelgeschoße. Die Fassade ist schmucklos, Gesims- und Zonen-frei gestaltet. Die acht Fensterachsen sind gleichmäßig, mit leichter Akzentuierung der Mitte gerastert.

Der Name

Die Wiesengasse erinnert an die alte Ortsbezeichnung "Auf der Wiesen", wie Lichtental im Kaufvertrag des Fürsten Liechtenstein genannt wurde.

Architekten

Michael Otter - Michael Otter (1901-1961) studierte von 1923 bis 1930 Architektur an der Technischen Hochschule Graz. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Costagasse 15 in Wien 15 (1957/58) und Wiesengasse 19-21 in Wien 9 (1954/55).

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