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Pramergasse 30

Fakten

Pramergasse 30

Pramergasse 30, 1090 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 91

Architekt: Karl Schmalhofer

Weitere Adressen

Roßauer Lände 21, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage umfasste ursprünglich 96 Wohneinheiten - 18 im Erdgeschoß und jeweils 19 in den vier Regelgeschoßen. Im Dachboden gab es eine weitere Wohnung sowie ein Studio, an der Fassade erkennbar durch ein großes, auffälliges Atelierfenster. Im Jahr 1952 wurden durch den Umbau mehrerer Waschküchen vier weitere Wohnungen geschaffen. Durch Zusammenlegungen verringerte sich die Zahl der Wohnungen in den darauf folgenden Jahrzehnten wieder auf heute 91.

Die Architektur

Bei der Wohnhausanlage in der Pramergasse handelt es sich um eine modifizierte Blockrandverbauung. Sie wurde an der Längsseite aufgebrochen, um - nicht zuletzt den politischen Gedanken unterstützend - Einblick in das soziale Gefüge zu gewähren. Eine im Erdgeschoß durchlässige Spange teilt den Innenhof, eine weitere schließt diesen zur Feuermauer der Nachbarparzelle hin ab. Erschlossen wird das Gebäude über insgesamt sechs hofseitig gelegene Stiegenhäuser. Dadurch übernimmt der Innenhof die Funktion eines Kommunikationskatalysators - eine Situation, die den Wohnbau der 1920er-Jahre auszeichnet. Der Baukörper ist kubisch strukturiert und durch von der Baulinie vor- und zurückspringende Bauteile sowie ineinandergestellte Baumassen plastisch moduliert. Die Fassade weist die für diese Zeit charakteristischen Gliederungselemente auf - Balkone, Loggien, Erker und übers Eck gezogene Gesimse - und ist ansonsten dekorfrei gestaltet.

Der Name

Die Pramergasse wurde im Jahr 1782 nach dem Stadtgerichtsbeisitzer und Privatier Wolf Pramer (1587-1592) benannt; um 1730 hieß sie Gärtnergasse und ab 1782 Kothgasse. Pramer besaß in der Roßau ein Haus sowie zahlreiche Grundstücke.

Sanierung

von 2004 bis 2006

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 bis 2006 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 3.964.200 Euro, davon konnten 3.183.284 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Schmalhofer - Karl Schmalhofer (1871-1960) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Als Architekt des Wiener Stadtbauamtes errichtete er zahlreiche Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Sein bedeutendstes Werk ist das gemeinsam mit Otto Nadel erbaute Amalienbad (Wien 10, Reumannplatz).

Wohnungstauschangebote

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