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Hernalser Gürtel 26

Fakten

Hernalser Gürtel 26

Hernalser Gürtel 26, 1090 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 47

Architekt: Josef Berger, Martin Ziegler

Weitere Adressen

Alser Straße 52, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Dieser Gemeindebau wurde auf mehreren zusammengelegten Parzellen errichtet, sodass die Hofanlage zwei Baulücken rund um ein bestehendes Eckhaus schloss. Während des Zweiten Weltkriegs kam es zu Schäden im Bereich der Stiege 3, die 1949 behoben wurden.

Die Architektur

Die Fassade zum Hernalser Gürtel weist ein mittig herabgezogenes Dach auf, breite Fensterfaschen zieren die vier darunter liegenden Geschoße, die durch ein vorspringendes Gesims von der Sockelzone stark abgesetzt sind. Im Erdgeschoß wird durch den auf der linken Seite liegenden Eingang eine Asymmetrie erzeugt. Die drei über dem Portal sitzenden runden Fenster beleben die sonst sehr einfach gehaltene Straßenfront. Dieser Gebäudeteil wird mit dem an der Alser Straße gelegenen Teil durch einen gemeinsamen Innenhof verbunden. Die Fassade ist gänzlich asymmetrisch und vermittelt dabei zwischen den leicht unterschiedlichen Baulinien der Nachbarhäuser. Alle sechs Geschoße zeigen links eine verbreiterte Achse, die im Erdgeschoß ein Geschäftsportal, darüber dreiteilige Fenster aufweist. Die anderen sechs Achsen sind in zwei Dreiergruppen angeordnet. Aus der gelb gestrichenen Sockelzone tritt das links der Mitte gelegene, rustizerte Portal stark hervor.

Der Name

Die einzelnen Abschnitte der Gürtelstraße wurden 1894 nach den jeweiligen Bezirken bzw. alten Vororten benannt. Hernals wurde 1892 mit Dornbach und Neuwaldegg zum 17. Bezirk vereint und Wien eingemeindet.

Prominente Bewohner

Seit der Errichtung des Gebäudes 1930 bis zu seinem Tod 1951 lebte hier der Schauspieler Karl Kalwoda (1896-1951).

Sanierung

von 2010 bis 2012

In der Wohnhausanlage wurde von 2010 bis 2012 eine Sockelsanierung durchgeführt. Unter anderem wurde das Dach neu gedeckt und die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade und die Dämmung der obersten Geschoßdecke werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Darüber hinaus wurden Wasch-, Trocken- und Abstellräume auf der Stiege 2 neu errichtet.

Architekten

Josef Berger - Josef Berger (1898-1989) studierte an der Technischen Hochschule Wien und war vorübergehend auch Schüler von Adolf Loos und Oskar Strnad. 1921 gründete Berger mit seinem Studienkollegen Martin Ziegler eine Bürogemeinschaft. Zunächst vor allem mit Inneneinrichtungen beschäftigt, errichteten sie von 1926 bis 1934 mehrere Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien und private Wohnhäuser. 1934 emigrierte Berger nach Haifa und weiter nach London, wo er bis zu seinem Tod als Architekt tätig war.

Martin Ziegler - Martin Ziegler (1896-?) studierte von 1917-1921 an der Technischen Hochschule Wien. Der mit seinem Studienkollegen Josef Berger 1921 gegründeten Bürogemeinschaft gelang bis 1934 die Realisierung mehrerer Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien sowie privater Wohnhäuser. Nach 1934 führte Ziegler das Architekturbüro allein weiter, jedoch ohne großen Erfolg. Er emigrierte 1939 nach London, wo sich bereits sein früherer Kollege Josef Berger aufhielt. Seine Spuren verlieren sich 1940, als er in die USA weiterzog.

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