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Albertplatz 7

Fakten

Albertplatz 7

Albertplatz 7, 1080 Wien

Baujahr: 1953-1954

Wohnungen: 51

Architekt: August Bauer

Weitere Adressen

Albertgasse 52, 1080 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 m² auf 55 m² angehoben.

Geschichte

Anstelle eines im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten Schulgebäudes wurde in den Jahren 1953 und 1954 nach den Plänen des Architekten August Bauer am Albertplatz eine Wohnhausanlage errichtet. Damals beherbergte das Haus nicht nur 54 Wohnungen, sondern auch ein Betriebslokal der städtischen Straßenreinigung.

Die Architektur

Das fünfstöckige Haus schließt mit der nordöstlichen Ecke des Albertplatzes ab und erstreckt sich mit seiner Längsseite in die Albertgasse. Der Wohnbau ist mit seinen heute 51 Wohnungen auf vier Stiegen U-förmig angelegt und umschließt einen großen Innenhof. Der Grundriss des Hauses ist allerdings nicht völlig symmetrisch: Der südliche, dem Albertplatz zugewandte Längstrakt ist kürzer als der nördliche. Um das kleinere benachbarte Haus nicht "in den Schatten zu stellen", ist dieser Trakt ab der zentralen Einfahrt nur mehr einstöckig und ermöglicht so einen durchgehenden Verlauf der Gesimskante der beiden Häuser. Aus diesem Grund wurden 1983 auch nur die Stiegen 2 bis 4, die sich über fünf Stockwerke erstrecken, mit einem Aufzug ausgestattet. Die Stiege 1 wurde nicht nur in der Höhe dem Nachbarhaus angeglichen, sondern schließt auch mit dessen Hinterkante ab, was dem Innenhof zusätzlichen Raum verleiht. Der Sockel des Hauses ist von den darüber gelegenen Etagen optisch getrennt. Die südseitigen Wohnungen verfügen über einen Balkon.

... und die Kunst

Das 5,5 x 8 Meter große Sgraffitobild, das über drei Stockwerke und die Gebäudeecke des Wohnhauses verläuft, wurde 1954 von Karl Langer geschaffen. Die Motive setzen sich mit der Erbauung der Ersten Wiener Wasserleitung (1803-1805) durch Herzog Albert von Sachsen-Teschen (1738-1822) auseinander. Die "Albertinische Wasserleitung" sicherte die Wasserversorgung der westlichen Vorstädte Wiens.

Der Name

Sowohl die Albertgasse (seit 1862) als auch der Albertplatz (seit 1904) wurden nach dem Erbauer der "Albertinischen Wasserleitung", Herzog Albert von Sachsen-Teschen, benannt. Dem Gründer der nach ihm benannten Graphischen Sammlung Albertina ist auch das Sgraffito an der Hauswand des Kommunalbaus gewidmet.

Architekten

August Bauer - August(in) Bauer (1895-1981) studierte ab 1918 bei Friedrich Ohmann an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Stadt Wien plante er unter anderem die Wohnhausanlage Albertplatz 7 in Wien 8 (1953/54) und den ersten Bauabschnitt des Alfred-Wunsch-Hofes in Wien 11, Lorystraße 33-37 (ab 1953).

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