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Lenaugasse 14

Fakten

Lenaugasse 14

Lenaugasse 14, 1080 Wien

Baujahr: 1839-1840

Wohnungen: 18

Architekt: Anton Grünn

Weitere Adressen

Schmidgasse 6, 1080 Wien

Wohnen in Wien

Im 18. Jahrhundert hatten vor allem die Anordnungen Josephs II. Veränderungen im Stadtbild zur Folge. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe in der Stadt schufen neue Bauplätze. Die Vorstädte wurden Zentren der beginnenden Industrialisierung und Zuwanderung von Arbeitskräften. Die Wohnungsnot stieg dadurch drastisch. Zusätzlich wurden mit den neuen Bauordnungen von 1829 und 1836 die Vorschriften wesentlich verschärft und die Genehmigungsverfahren enorm verlängert. Zuständig war in fast allen Vorstädten bereits das Magistrat der Stadt Wien.

Geschichte

Nach Freigabe des Areals durch die Militärbehörde wurde mit der Verbauung der östlichen Seite der Lenaugasse ab 1839 (bis 1841) begonnen. Es entstand ein durchgängig viergeschoßiges, biedermeierliches Ensemble, das bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist. In den 1930er-Jahren war hier der Verein "Volkshaus Josefstadt" ansässig, der Büro- und Bibliotheksräume im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß besaß. Heute findet man unter der Adresse den "Verband der Österreichischen Arbeiter-Fischerei-Vereine", der 1921 gegründet und 1938 durch die Nazi-Diktatur verboten wurde. 1946 konnte die Organisation des VÖAFV im neuen Verbandslokal in der Lenaugasse 14 wiederaufgebaut werden.
Das Wohnhaus steht heute unter Denkmalschutz. In den 1990er-Jahren wurde es grundlegend revitalisiert.

Die Architektur

Das von der Lenaugasse und Schmidgasse begrenzte Mietshaus wurde im Stil der Biedermeier-Architektur schlicht, jedoch formschön in seiner Gestaltung errichtet. Das Gebäude verfügt über drei Stockwerke. Die Fassade, die über die Jahre weitgehend erhalten geblieben ist, wird durch neun bzw. elf Achsen gegliedert, die Fenster werden durch gerade Fensterverdachungen akzentuiert. Die einzelnen Fassadenzonen unterscheiden sich durch die Wahl der Dekorationsformen. Sockelgeschoß und erstes Obergeschoß sind genutet, die verbleibenden zwei Etagen bescheidener und geringer in der Anzahl der Gestaltungselemente. Zusätzliche Akzente setzen Eckrustika, das Dachgeschoß ist durchgehend mit Gaupen versehen. Das Biedermeierhaus und der durch Sträucher begrünte Innenhof sind über das Hauptportal und das schmale Foyer zugänglich. Die innere Erschließung erfolgt über ein halbrundes Stiegenhaus mit klassizistischem Geländer, das über einen Rundpfeiler zu den oberen Etagen führt.

Der Name

Die Lenaugasse, eine seit 1862 existierende Verbindung zwischen der Josefstädter Straße und der Tulpengasse, die vorher Johannesgasse hieß, wurde nach Nikolaus Lenau benannt. Nikolaus Lenau, eigentlich Nikolaus Niembsch Edler von Strehlenau (Csatád/Ungarn 1802-1850 Oberdöbling bei Wien) war der bedeutendste österreichische Lyriker des 19. Jahrhunderts. Als politischer Dichter trat er für Fortschritt, politische und religiöse Freiheit ein. Seine Lyrik ist stark geprägt von den Themen Einsamkeit, Schwermut und Vergänglichkeit. Besonders bekannt geworden sind "Der Postillion" und seine "Waldlieder".

Sanierung

von 1991 bis 1993

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1991 bis 1993 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.256.368 Euro, davon konnten 1.115.710 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Anton Grünn - Der Wiener Stadtbaumeister Anton Grünn (1785-1865) war einer der Hauptträger einer umfangreichen Bautätigkeit in den Vorstädten noch vor der Stadterweiterung ab 1858. Er schuf schlichte Wohnbauten mit zurückhaltendem Dekor, etwa in der Siebensterngasse, der Laudongasse und der Lenaugasse. Er erbaute auch das Palais Dobner-Dobenau in der Theresianumgasse 33 in Wien 4.

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