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Wachauer Hof

Fakten

Wachauer Hof

Jungstraße 15, 1020 Wien

Baujahr: 1923-1924

Wohnungen: 186

Architekt: Hugo Mayer

Weitere Adressen

Engerthstraße 208-212, 1020 Wien

Vorgartenstraße 213, 1020 Wien

Wachaustraße 24-26, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Ursprünglich war der Hof mit fünf Geschäftslokalen ausgestattet sowie zusätzlich mit zwei Werkstätten, einem Kindergarten und Badeeinrichtungen. Dies wurde auf zwei Geschäftslokale reduziert und der Kindergarten zu einer Elternberatungsstelle umfunktioniert. Auch ein Arzt für Allgemeinmedizin hat heute im Wachauerhof seine Praxis.

Die Architektur

Anders als viele Gemeindebauten dieser Zeit weist der Wachauerhof keinen monumentalen Charakter auf, sondern eher einen romantisch, heimatorientierten. Das Eingangsportal in den Innenhof, der die acht Stiegen erschließt, präsentiert sich als gesonderter Bauteil. Er wirkt beinahe ländlich und sehr einladend. Die 9. Stiege liegt abseits des Haupthofes an der Vorgartenstraße. Der Hof ist durch Erker und Loggien gegliedert, die den Bau - unterstützt durch angedeutete Fassadenornamente - niedriger wirken lassen.

... und die Kunst

Das Hauptportal ist mit einer Keramikplatte verziert: "Zwei Kundschafter" ist ein biblisches Motiv aus dem historischen Wachauer Wappen, das zwei Weintrauben tragende Männer darstellt. Links und rechts des Eingangs sind an den Hausmauern Reliefs angebracht. "Die vier Lebensalter" zeigt eine Weinlese, auf "Licht und Finsternis" sind die Tierkreiszeichen abgebildet und eine Sonnenuhr eingearbeitet. Die Fassade zur Vorgartenstraße schmücken zwei nackte Buben, antikisierend dargestellt. Alle Kunstwerke stammen von Josef Franz Riedl, der auch das Majolikarelief in der Ybbsstraße 40-42 entwarf.

Der Name

Der Hof wurde nach der niederösterreichischen Landschaft Wachau benannt - das Wachauer Wappen am Haupteingang des Hofes erinnert an das Weinland.

Sanierung

von 1995 bis 1997

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 bis 1989 erfolgten unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien und der Lifteinbau. Eine umfassende Sockelsanierung wurde 1994/95 durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 9.300.996 Euro, davon konnten 7.901.347 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Hugo Mayer - Hugo Mayer (1883-1930) studierte an der Technischen Hochschule in Wien. Er beschäftigte sich intensiv mit dem Wohnhaus- und Siedlungsbau und ist einer der wichtigsten Vertreter in diesem Bereich. Neben zahlreichen Wohnanlagen für die Gemeinde Wien plante er auch Kindergärten und Schulen. Seine Wohnanlage für die Bediensteten der Städtischen Gaswerke (1910-1914) gilt als typologischer Vorläufer des Gemeindewohnbaus der Zwischenkriegszeit.

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