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Lange Gasse 37

Fakten

Lange Gasse 37

Lange Gasse 37, 1080 Wien

Baujahr: 1764

Wohnungen: 12

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Die Lange Gasse war vor 1700 die ursprüngliche "Hauptstraße" der späteren Vorstadt Josefstadt, hier standen die ersten Häuser. Bis 1862 endete die Lange Gasse bei der Florianigasse, danach bei der Laudongasse. Als man 1910 das Findelhaus in der Alser Straße aufließ, wurde sie bis dorthin weitergeführt. Das Wohnhaus "Zum schwarzen Elefanten" wurde für den Goldarbeiter Christof Bauermann erbaut, Näheres ist jedoch nicht darüber bekannt. Lange Zeit war auch der 1948 gegründete Dachverband der öffentlichen Büchereien Österreichs dort ansässig. Heute findet man ihn unter der Adresse Museumsstraße 3 im 7. Wiener Gemeindebezirk.

Die Architektur

Das 1764 erbaute kleine Vorstadt-Bürgerhaus besitzt zwei Stockwerke und eine über sieben Fensterachsen reichende Fassade mit einem flachen Mittelrisalit. Das Mauerwerk wird über dem kompakten Sockel von ionischen Pilastern und Lisenen belebt. Ein Gesims trennt das Erdgeschoß vom ersten Obergeschoß und gliedert die Fassade in der Horizontale. Die Fassade ist in den oberen Etagen genutet und im Erdgeschoß mit Rustika versehen. Die zweiflügeligen Sprossenfenster sind regelmäßig angeordnet, im ersten Obergeschoß finden sich jeweils an der linken und rechten angrenzenden Hausmauer so genannte Blumenfenster mit gebogener Scheibe.
Die Hauptfassade gilt als eine der bedeutendsten Schöpfungen spätbarocken, bürgerlichen Wohnbaues in der Josefstadt; durch die starke Anlehnung an den Klassizismus kann das Gebäude auch als Vorläufer der josefinischen Baukunst bezeichnet werden.
An den dreigeschoßigen Vordertrakt schließen zwei weitere Seitentrakte mit je dreizehn Fensterachsen an, die einen schmalen, gepflasterten Hof einschließen. Dieser wird durch einen 1859 errichteten, viergeschoßigen Hintertrakt abgeschlossen. An dieser neu gestalteten, frühhistorischen Fassade zeigen sich verschiedene Terrakottareliefs und in den Seitentrakten Bänderung.

Der Name

Die Lange Gasse besteht seit 1910 in ihrer jetzigen Bezeichnung und wurde im Jahre 1700 angelegt. Davor hieß sie "Hinter dem alten Ziegelofen" bzw. "Hinter den Ziegelöfen", danach ein Teil "Hofgasse" und "Neue Gasse". Der Name hat durchaus seine Berechtigung: da die Gasse seinerzeit eine auffällig lange Gasse war, gab man ihr kurzerhand auch diese naheliegende Bezeichnung.

Prominente Bewohner

Erik Trauner, Begründer der Mojo Bluesband, Grafiker, Fotograf und Cartoonist, wurde 1958 in Wien Josefstadt geboren und lebt auch heute noch in der Langen Gasse im 8. Wiener Gemeindebezirk.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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